Der Torfstecher

 

Schau der Bub hat dumme Augen

und der Pfarrer hat erzählt

er hätt als er auf die Welt kam

seine Mutter totgequält

Ach sie war nur eine Hure

schade war es um sie nicht

aber lasst den Bub nicht merken

wie das Dorf darüber spricht

 

Schau der Bub hat starke Arme

und so seltsam rotes Haar

und ich würde zu gern wissen

wer wohl sein Erzeuger war

Sicherlich war es ein Fremder

niemand läuft im Dorf so krumm

ob man es dem Bub wohl sagte

leider ist er blöd und stumm

 

Oh er sticht das Torf am Morgen

und er sticht das Torf bei Nacht

und von weiten könnt man denken

dass es ihm wohl Freude macht

Wenn die Krähen nach ihm picken

und der Boden modrig stinkt

sieht es manchmal aus im Mondschein

als ob er herüber winkt

 

Schau der Bub hat weiche Hände

und das kann nichts gutes sein

keine Schwielen trotz der Arbeit

sicher kennt er Hexerein

Lasst die Kinder nicht nach draußen

wenn er in der Nähe ist

denn ich hörte Magda sagen

dass er heimlich Käfer frisst

 

Schau der Bub hat flinke Füße

kaum zu glauben wie er rennt

nun wo ihn die Männer jagen

und wo seine Kate brennt

Der Herr Pfarrer hat´s befohlen

weil der Bub hierher nicht passt

und nun hängt er bei den Krähen

aufgeknüpft an einem Ast

 

Oh er stach das Torf am Morgen

und er stach das Torf bei Nacht

und von weiten konnt man denken

dass es ihm wohl Freude macht

Wenn die Krähen nach ihm pickten

und sein Leichnam modrig roch

sah es manchmal aus im Mondschein

als bewegte er sich noch

 

 

 

 

 Grabschändung

 

„Hier ruht ein deutscher Dichter“

so steht’s auf Marmorstein

ich füg hinzu mit Filzstift

„…und wird bald vergessen sein“

 

 

 

 

 Als Meister Lampe…

 

Als Meister Lampe sich einen

hinter selbige goss

kam ein Jäger des Weges

der ihn erschoss

 

So weit zu den Gefahren

von Alkohol und Jagd

man hat von alldem leider

Meister Lampe nichts gesagt

 

 

 

 

 Drei Arten die Liebe zu vergessen

 

„Es gibt genau drei Arten die Liebe zu vergessen“

sagte der alte Fischer und hat dabei gelacht

„Wenn du es nicht schaffst wird sie dein Herz zerfressen

Arbeite viel am Tage und trinke viel bei Nacht

 

Wenn dir das nicht gelingt helfen auch keine Pillen

dann schnür dein Bündel und zieh in die Welt hinaus

mach dir die Ferne und die Zeit zu Willen

und kehr am besten nie mehr zurück nach Haus“

 

Ich hab ihm gestanden: „Das mag mir nicht behagen

doch ich hör mir auch noch die dritte Lösung an“

„Ach, mein Freund“, hörte ich ihn traurig sagen

„Seit mehr als zwanzig Jahren arbeite ich daran“

 

 

 

 

 Der Herbst ist grau

 

Der Herbst ist grau. Nun heißt es Abschied nehmen.

Und mir wird ausgesprochen welk im Herz.

Muss ich mich für solche Gedanken schämen ?

Nach jedem Sommer kommt der gleiche Schmerz.

 

Die leichte Kleidung wandert in die Kammer.

Dort wird sie mit dem Frohsinn eingestaubt.

Und im Gebälk knirscht schon der Katzenjammer.

Ich fühle mich betrogen und beraubt.

 

Wer hat die Jahreszeiten nur erfunden ?

Dem knallte ich gern eine vor den Latz.

Was soll ich mit den tristen trüben Stunden ?

Ich habe nur im Sommer meinen Platz.

 

Der Herbst ist grau. Der Winter wird noch grauer.

Nicht lang bis sich der Frost ins Stammbuch schreibt.

Ich aber werd von Jahr zu Jahr nicht schlauer.

Ich träume immer dass der Sommer bleibt.

 

 

 

 

 Ein Seemann klagt

 

Ich hab die ganze Welt zweimal umrundet

sah Kannibalen oft beim Festschmaus zu

kein Beil, kein Pfeil, kein Gift hat mich verwundet

verwundet hat mich niemand sonst als du

 

Ich wurd vom Wal verschluckt wie damals Jonas

ich überlebte Schnupfen, Pocken, Pest

ich hatte mich verirrt am Amazonas

doch niemand sonst als du gibt mir den Rest

 

Ich trieb 3 Wochen hilflos auf dem Wannsee

am Südpol jagte mich ein Pinguin

doch weiß ich sicher wenn ich dich so anseh

du bist letztendlich immer mein Ruin

 

Mich bissen etwa vierzehn Klapperschlangen

und eine Katze, das war unerhört

ich wurde von Pygmäen eingefangen

doch einzig du allein hast mich zerstört

 

Ich kämpfte mit Moskitos und mit Kröten

mich deckten Schnee und Schlamm und Lava zu

doch nichts davon konnt mich bis heute töten

denn wer mich tötet bist natürlich du

 

 

 

 

 Du hast die großen Augen

 

Du glaubst an Schicksal und an Bestimmung

und ich rede dir da nicht rein

es wäre ja immerhin möglich

doch es könnte auch nur Zufall sein

 

Man kann aus allem irgendwas machen

man kann in allem irgendwas sehn

und manchmal muss man es einfach nur tun

man muss es gar nicht verstehn

 

Du hast die großen Augen

ich mach die kleinen Schritte

wir wollen nirgendwo hin

treffen wir uns doch in der Mitte

 

Du siehst in allem eine Bedeutung

ich glaub nur an das was ich seh

man muss das nicht hinterfragen

denn Antworten tun manchmal weh

 

Man kann in allem irgendwas finden

man kann zu allem irgendwie stehn

und die einzig wirkliche Strecke

liegt genau zwischen Bleiben und Gehn

 

Du hast die großen Augen

ich mach die kleinen Schritte

wir wollen nirgendwo hin

treffen wir uns doch in der Mitte

 

 

 

 

 Von der dummen Zeit

 

Wären Tage doch nur Stunden

hätt ich dich früher gefunden

würden Tage Jahre sein

bliebest du viel länger mein

 

 

 

 

 Der Weg des Kriegers

 

Dein Bett aus Lotusblüten

für einen Mann gemacht

der dich nahm und dich verließ

schon nach der ersten Nacht

Verfluche mich du Sonnenkind

weil ich dir Unglück bringe

ein Mann mit einem Herz aus Stein

und einer Silberklinge

 

Wo Ruhm und Ehre rufen

bleibt Liebe unerhört

dein Traum von einer heilen Welt

am Morgen schon zerstört

 

Das ist der Weg des Kriegers

es ist mir nicht bestimmt

dass mich ein Kind des Lächelns

sanft bei den Händen nimmt

Ich geh den Weg des Kriegers

und wenn ich sterben muss

trag ich auf meinen Lippen

noch deinen letzten Kuss

 

Im Staub dein bunter Fächer

die Seele tut dir weh

von fernen Bergen kam ich

zu dir so kalt wie Schnee

Nahm deinen jungen Körper

hab dich zur Frau gemacht

nun fühlst du dich als Witwe

beim Wissen um die Schlacht

 

Wo Feind und Ehre warten

hat Liebe keinen Platz

doch tief in meinem Herzen

bewahr ich deinen Schatz

 

Das ist der Weg des Kriegers

es ist mir nicht bestimmt

dass mich ein Kind des Lächelns

sanft bei den Händen nimmt

Ich geh den Weg des Kriegers

und wenn ich sterben muss

trag ich auf meinen Lippen

noch deinen letzten Kuss

 

Ein Bett aus Lotusblüten

ein Totenbett vielleicht

mein Mut hat für den Kampf

doch nicht für dich gereicht

 

 

 

 

 Närrisches Herz

 

Närrisches Herz, was tust du so weh?

Auf den Feldern sprießt schon der Klee.

Bald schon zieht der Sommer ins Land.

Dann findet auch dich eine zärtliche Hand.

 

 

 

 

 Ich hab den Kopf verloren

 

Ich hab den Kopf verloren

wo ist er bloß hin

und falls ihn jemand findet

was steckt von mir noch drin?

 

Ich will es gar nicht wissen

ich komm auch kopflos klar

ich glaub dass ich mit ihm

nie wirklich glücklich war

 

Er wusste alles besser

und hat zu viel gedacht

er hat mich so durchschaubar

und langweilig gemacht

 

Ich hab den Kopf verloren

ich hatte wirklich Glück

und falls ihn jemand findet

gebt ihn bloß nicht zurück

 

Ich kann ihn nicht gebrauchen

er war mir viel zu schwer

und wenn ich ihn benutzte

dann schmerzte er oft sehr

 

Er hat mir viel verdorben

hatte stets was im Sinn

ich lebe erst zufrieden

seit ich kopflos bin

 

 

 

 

 Leuchtturm

 

Auf einem schroffen Felsen gebaut

steht er in der Brandung. Und schaut.

Er schaut nach den Schiffen. Den vielen.

Und wie die Wogen mit ihnen spielen.

 

Unbeirrbar steht er und wacht.

Wirft sein strahlendes Licht in die Nacht.

Ein Lotse, Beschützer und Freund

der für die verlorenen Seelen scheint.

 

Eine heilige Flamme. Ein ewiges Licht.

Treu verrichtet er seine Pflicht.

Nimmt die Dunkelheit auch ständig zu.

Mein Leuchtturm bist du.

 

 

 

 

 Solche Zeiten

 

Ach, solche Zeiten sind mir wohl bekannt

wer nur den Anfang weiß, ahnt auch das Ende

ein Stolz verbreitet sich im ganzen Land

und Kinder robben wieder durchs Gelände

 

Es weht ein kalter Wind durch manches Haus

man trennt die Nachbarn nach Herkunft und Rasse

noch spricht man was man denkt nicht offen aus

und bleibt ein anonymer Teil der Masse

 

Auf solchem Boden kann die Saat gedeihen

die Deutschland wieder ins Verderben zieht

es schließen sich langsam die alten Reihen

und mancher summt schon das Horst-Wessel-Lied

 

Man würde stets das Gegenteil beschwören

nur dass die Tochter mit nem Neger geht

das würde sich doch einfach nicht gehören

das heißt doch längst nicht dass der Wind sich dreht

 

Und doch er dreht sich - dieser typisch deutsche Wind

von ihm lässt man sich gerne vorwärts treiben

er macht die Herzen froh – die Augen blind

und fordert uns Geschichte neu zu schreiben

 

Wir steckten schon einmal die Welt in Brand

man legte Schwert statt Pflug in unsre Hände

ach, solche Zeiten sind mir wohl bekannt

wer nur den Anfang kennt, weiß auch das Ende

 

 

 

 

 Im Hinterhof

 

Kommst du kurz raus ? Belass es nicht beim Winken

Die Schicht bei Siemens ist in Kürze aus

Mag sein die Väter gehn noch etwas trinken

doch um halb neun sind sie bestimmt zu Haus

 

Sie sollen doch nichts von uns beiden wissen

das gäbe Ärger und das muss nicht sein

doch ich will dich heut einfach nochmal küssen

du willst das auch, gesteh es dir doch ein

 

Bestimmt macht deine Mutter grad das Essen

meine sitzt auf der Couch, sieht fern und strickt

warum tun wir nicht schöneres indessen

im Hinterhof wo niemand uns erblickt

 

Im Kellereingang wart ich auf den Stufen

dort ist es selbst im Sommer herrlich kühl

da kümmert uns nicht wenn die Eltern rufen

und ich gesteh dir alles was ich fühl

 

Kommst du kurz raus ? Belass es nicht beim Träumen

Schleich dich für zehn Minuten aus dem Haus

da oben gibt es doch nichts zu versäumen

und Feigheit zahlt sich ganz bestimmt nicht aus

 

Ich will dich doch nur in die Arme nehmen

um zu erkunden wie dein Kirchmund schmeckt

dafür muss ich mich doch weiß Gott nicht schämen

hab keine Angst dass uns jemand entdeckt

 

Um diese Zeit kommt niemand in den Keller

hier sind wir beide völlig ungestört

am Abendhimmel scheint der Mond viel heller

als ob er nur uns beiden heut gehört

 

 

 

 

 Der Stolz der Stiere

 

Ein farbenfrohes Volksfest

an einem Sommertag

doch niemand fragt den Stier

ob er auch spielen mag

Trotz Picador - trotz Matador

und wie sie alle heißen

kein Stier würde sich wohl

um ihre Klingen reißen

 

Wenn die Heldenlieder der Toreros erklingen

will ich vom Stolz der Stiere nur singen

mit Wehmut und Zorn

mit Verachtung und Wut

ihr wollt ihren Tod

ich ehr ihren Mut

 

Von Drogen benebelt

stampft er im Kreis

und der geifernde Pöbel

schreit sich schon heiß

Ein Schauspiel des Grauens

es endet meist gleich

die silberne Klinge

bohrt sich in das Fleisch

 

Wenn die Heldenlieder der Toreros erklingen

will ich vom Stolz der Stiere nur singen

mit Wehmut und Zorn

mit Verachtung und Wut

ihr wollt ihren Tod

ich ehr ihren Mut

 

Nun liegt dort das Opfer

schon tödlich verletzt

und ich wünschte er hätte

sie alle zerfetzt

Auch wer zusieht ist schuldig

ihr seid schlimmer als Tiere

ihr seid weniger wert

als jeder dieser Stiere

 

Wenn die Heldenlieder der Toreros erklingen

will ich vom Stolz der Stiere nur singen

mit Wehmut und Zorn

mit Verachtung und Wut

ihr wollt ihren Tod

ich ehr ihren Mut

 

 

 

 

 Auserkoren

 

Es schien der Sommer wollte niemals enden

am Anfang schien uns alles leicht und klar

die Jugend taugte doch nur zum Verschwenden

und was bedeutet schon ein weitres Jahr

 

Doch schnell vergaßen wir die Kinderspiele

verlegen haben wir zu laut gelacht

denn plötzlich trugen uns die Sturmgefühle

zu undurchschaubar durch manch Sommernacht

 

Wir fanden keine Worte für das Feuer

nach dem wir uns verzehrten Tag für Tag

und unsre Augen blickten umso scheuer

je mehr uns beiden aneinander lag

 

Es war ein langes Warten und ein Leiden

dabei hätte ein Wort vielleicht genügt

wir starben fast und taten doch beim Scheiden

als wären wir zufrieden und vergnügt

 

Es schien der Sommer wollte niemals enden

am Anfang schien uns alles leicht und klar

wir gaben so viel Glück aus unsren Händen

im Sommer der für uns der letzte war

 

Nun bleibt uns nur das unerfüllte Sehnen

wir waren für die Wahrheit viel zu blind

warum gehören wir nur nicht zu jenen

für die wir wirklich auserkoren sind

 

 

 

 

 An der Stelle wo der Bus hält

 

An der Stelle wo der Bus hält

steht seit kurzem eine Bank

deshalb sagt manch alter Mensch dort :

Gott sei Dank

 

Denn der Bus kommt nur halbstündlich

so lang mag keiner stehn

doch was das mit Gott zu tun hat

vermag ich nicht zu sehn

 

Doch ich finde eigentlich

bei so viel Gottvertrauen

sollte man vielleicht

dort eine Kirche bauen

 

An der Stelle wo der Bus hält

oder auch kurz daneben

auch wenn dort nur etwa

fünfundsiebzig Menschen leben

 

An der Stelle wo der Bus hält

steht seit kurzem eine Bank

und ich könnte darauf wetten

sie steht da noch lang

 

Sie passt gut in die Landschaft

in zögerlichem Braun

und man kann wenn man drauf sitzt

gut auf die eignen Füße schaun

 

Und ich finde eigentlich

wäre es deshalb nett

wenn man ein Schuhgeschäft

gleich gegenüber hätt

 

An der Stelle wo der Bus hält

oder auch kurz daneben

auch wenn dort nur etwa

fünfundsiebzig Menschen leben

 

 

 

 

 Der Prozess

 

Er hat das Zimmer fest verschlossen

es scheint ihr tausend Jahre her

manchmal hat sie den Schmerz genossen

und weinte dann erst hinterher

 

Es gab die Zeichen, niemand wollt sie sehen

man wirft ihr vor dass sie zu lange schwieg

sie wollte es nur überstehen

so wie man überlebt im Krieg

 

Alles was sie nun vor Gericht sagt

verwirrt die Menschen mehr und mehr

es ist fast als ob man das Opfer anklagt

und man ist auch nicht schlauer hinterher

 

 

 

 

 S-Bahn, letzten Mittwoch, 6.25 Uhr

 

Der Zug hält an, da ist kein Bahnhof

man steht so zwischen den Stationen

man schaut nach draußen und man denkt sich :

Ein Ausflug würde sich nicht lohnen

 

Denn erstens kennt man ja dort alles

und zweitens ist es auch verboten

zudem ist es bestimmt gefährlich

Aussteigen täten nur Idioten

 

Man könnte sich zum Schlaf ja betten

wenn nur der Sitznachbar nicht wär

der nicht nur äußerst übel müffelt

er ist zudem noch groß und schwer

 

Kein Frauenzimmer zum Beflirten

und auch kein Ober der sich zeigt

dabei wär man alles in allem

einem Kaffee nicht abgeneigt

 

Hätt man die Zeitung mitgenommen

dann hätte man jetzt was zu lesen

doch war die Zeitung heute Morgen

leider nicht pünktlich da gewesen

 

Man könnte auch ein Liedchen singen

doch kommt sich etwas seltsam vor

denn jeder den man darauf anspricht

trägt einen Knopf in seinem Ohr

 

So sitzt man einfach da und wartet

dann geht es weiter und man denkt :

Schon wieder mal das halbe Leben

für nichts und wieder nichts verschenkt

 

 

 

 

 Diagnose: Alzheimer

 

Die Krankheit hat einen Namen.

Doch Namen sind Schall und Rauch.

Ich weiß, ich hab sie im Kopf.

Ich hätte sie lieber im Bauch.

 

Der Doktor hat viel gesprochen.

Das meiste war auf Latein.

In mir ist etwas zerbrochen.

Auch das wird bald nicht mehr sein.

 

Man soll es keinem erzählen.

Wie gütig der Trost auch gemeint.

Mitleid würde mich quälen.

Ich bin jetzt mein eigener Feind.

 

 

 

 

 Existenz

 

Ich stamme nicht von hier. Doch ich will bleiben.

Man sagt ich brauche dafür ein Papier.

Natürlich kann ich Lesen und auch Schreiben.

Nur sprecht ihr eine andre Sprache hier.

 

Ich weiß nicht ganz genau wann ich geboren.

Es ist mir auch im Grunde völlig gleich.

Ich hab daheim mein Hab und Gut verloren.

Ich bin nicht vorbestraft. Ich bin nicht reich.

 

Ich weiß nicht was ein Leumund ist. Ich habe keinen Pass.

Ich brauche Arbeit und ich brauch ein Zimmer.

Ich bin nicht anspruchsvoll. Gebt mir nur irgendwas.

Daheim ist Krieg. Ich bleib ja nicht für immer.

 

Ich habe keinen Bürgen. Ich bin doch fremd im Land.

Wen also sollte ich denn hier schon kennen ?

Zu Haus bin ich mit vielen gut bekannt.

Ich könnte ihnen deren Namen nennen.

 

Daheim geriete ich doch in Bedrängnis.

Ich weiß, das Militär ist an der Macht.

Die meisten Freunde sitzen im Gefängnis.

Und manche hat man einfach umgebracht.

 

Ich stamme nicht von hier. Doch ich will bleiben.

Man sagt ich brauche dafür ein Papier.

Man sagt auch, erst wenn sie das unterschreiben

beweist das, dass ich wirklich existier.

 

 

 

 

 Der tote Mann geht noch immer spazieren

 

Laut spuckt der Mond

auf die blutigen Hände

und die Wände

schreien nach Licht

Vier Schritte vor

und der Schatten der Hände

fällt auf die Wände

und auf sein Gesicht

 

Der tote Mann geht noch immer spazieren

der tote Mann singt noch immer sein Lied

er weiß genau ihm kann nichts passieren

er weiß genau dass ihm nichts mehr geschieht

 

Taub scheint die Nacht

und jenseits der Stimmen

sieht er sich schwimmen

im offenen Meer

Vier Schritte vor

und am Ende der Reihe

warten die Schreie

so laut wie vorher

 

Der tote Mann geht noch immer spazieren

der tote Mann singt noch immer sein Lied

er weiß genau ihm kann nichts passieren

er weiß genau dass ihm nichts mehr geschieht

 

Stumm steht der Stuhl

und um ihn ein Garten

er möchte warten

einen Moment

Ein Schritt zurück

die Stimmen sie warten

dort in dem Garten

bis er verbrennt

 

Der tote Mann geht noch immer spazieren

der tote Mann singt noch immer sein Lied

er weiß genau ihm kann nichts passieren

er weiß genau dass ihm nichts mehr geschieht

 

 

 

 

 Morgenrot

 

Der Mond wankt trunken durch die schmalen Gassen

ein Schimmer der sich niemals fangen lässt

und mancher – der vom Glück gar arg verlassen -

hält sich mit Müh an seinem Schatten fest

 

Es locken Freudenhäuser ohne Freuden

den von weit her gekommenen Tourist

er möge etwas Zeit und noch mehr Geld vergeuden

auf dass die Börse morgens leichter ist

 

Zwei Straßenbahnen die den Platz passieren

an dem bei Tag das rege Leben tobt

würden aus Liebe gerne kollidieren

und bleiben doch nur vorsichtig verlobt

 

Im Tanzpalast ist die Musik verklungen

und spült die letzten Gäste in die Nacht

manch Pärchen wird vernarrt und engumschlungen

von einem Taxi sonst wohin gebracht

 

Auf einer Parkbank schnarcht ein Wermutbruder

am Bahnhof wird der letzte Zug versäumt

manch Leben läuft grad eben aus dem Ruder

und wird im Häusermeer einfach zerschäumt

 

Im Osten schnürt der neue Tag die Schuhe

die Bäcker treibt es schon zu Lohn und Brot

und manche Seele findet keine Ruhe

und fügt sich unerfüllt dem Morgenrot

 

 

 

 

 Kreide

 

Kreide lässt sich leicht entfernen

und kein Rückstand wird mehr gefunden

ein feuchtes Tuch reicht schon aus

dann ist sie völlig verschwunden

 

Egal ob Namen, ob Bilder

was sie erschuf ist dann weg

und nach einer kurzen Weile

trocknet auch noch der Fleck

 

Es packt mich ein Anflug von Wehmut

und ich denk an uns beide

bleibt auch unsre Geschichte so spurlos

als wäre sie nur aus Kreide

 

 

 

 

 Da ist ein Garten

 

Da ist ein Garten den ich nicht mehr kenne

dort blühen Orchideen auf feuchtem Grund

und wenn ich dich bei deinem Namen nenne

tropft er wie dunkles Blut aus meinem Mund

 

Wir harrten dort in frohen Jugendtagen

erfüllt vom Wissen um die Ewigkeit

wir hatten weder Müh noch Last zu tragen

heut liegen Schatten auf der guten Zeit

 

Wir schwelgten dort in seligem Verlangen

der Himmel sah uns frei und ungehemmt

es schien so leicht den Sonnenschein zu fangen

heut sind uns alle Lichter fern und fremd

 

Da ist ein Garten den ich nicht mehr kenne

verdorrt, verblüht, vergangen ist die Saat

so dass ich mich von dieser Liebe trenne

die mir zu lange schon nichts Gutes tat

 

 

 

 

 Auf die Menschheit

 

Mir ist die Menschheit einerlei

sie kam, sie blieb, sie geht vorbei

das Einzige was mich verstört

ist, dass man ungewollt dazugehört

 

 

 

 

 Der letzte Liftboy

 

Eingestiegen! Die Türen schließen.

Erste Etage um Träume zu kaufen.

Billiger wird es nach oben nicht.

Abwärts kann man über die Treppe laufen.

 

Zweite Etage, Maschinengeschoss.

Hier wird rund um die Uhr nur geschuftet.

Wer nicht mehr kann der wird aussortiert.

Hier erfährt man wie Schweiß eigentlich duftet.

 

In der dritten Etage sind die Büros.

Da wird tagein tagaus nur geschrieben.

Vornehmlich Rechnungen möchte man meinen.

Man geht erst wenn nichts mehr liegenbeblieben.

 

In der vierten Etage findet man die Vollstrecker.

Die sind groß gebaut und stehen im Saft.

Die sind da um einen zu unterstützen

dass man die Bezahlung der Rechnung auch schafft.

 

Im fünften Stock sitzt der Aufsichtsrat.

Herren die mit Millionen jonglieren.

Und in den knapp bemessenen Pausen

mit den Fräuleins aus Stock 3 gern poussieren.

 

Ganz oben dann findet man den Chef.

Der hockt da schon sein ganzes Leben.

Natürlich hab ich den noch niemals gesehen.

Doch man schwor mir es soll ihn geben.

 

Schon aufgefallen: Nach oben ist’s lang.

Nach unten geht es viel schneller.

Und suchen Sie Gott in diesem Tempel der Macht

dann müssen wir noch in den Keller.

 

 

 

 

 Blätter im Swimming-Pool

 

Der frühe Herbst streunt durch die stillen Gassen

ein letzter Sonnenstrahl der uns verwöhnt

dann werden wir von jener Zeit verlassen

die unsre Seelen wärmt und uns versöhnt

 

mit allen Lasten die wir mit uns tragen

im Winter haben sie noch mehr Gewicht

einmal sich noch der Traurigkeit entsagen

in jenem letzten warmen Sonnenlicht

 

und dann die graue harsche Zeit begrüßen

die uns den Widerschein der Jugend raubt

sie lässt uns lang und äußerst heftig büßen

für jeden Traum an den man noch geglaubt

 

 

 

 

 Aussichten

 

Die Zukunft bietet reichlich Möglichkeiten

doch bleibt bis sie heranbricht ungewiss

so war und wird es sein zu allen Zeiten

der Mensch darin ist nur ein Fliegenschiss

 

Sein Tatendrang ist schwerlich nur zu stillen

und unaufhaltsam schreitet er voran

selbst die Natur machte er sich zu Willen

vermutlich einfach nur weil er es kann

 

Der Nutzen lässt sich dabei nicht bestreiten

der Fortschritt strebt stets nach Vollkommenheit

doch jede Münze hat ihre zwei Seiten

und jedes Licht hat seine Dunkelheit

 

Wir weigern uns die Wahrheit einzusehen:

Wir machten unsre gute Erde krank

Und wenn wir diesen Weg noch weiter gehen

dann führt er uns nur in den Untergang

 

Wir lassen uns von falschem Glanz verleiten

und schaufeln uns dabei das eigne Grab

irgendwann werden nicht nur Möglichkeiten

sondern die Zukunft selbst zu knapp

 

 

 

 

 Mir machen nicht die Brüllenden Angst

 

Mir machen nicht die Brüllenden Angst

die so unnachgiebig sich zeigen

Brüllende gab es zu jeder Zeit

Angst machen mir jene die schweigen

 

Mir machen nicht die Extremen Angst

deren Mühlen so gnadenlos mahlen

Bei ihnen weiß man woran man ist

Mich schrecken mehr die Normalen

 

Mir machen nicht die Politiker Angst

Die sind so leicht zu durchschauen

Die Frage vor der mir wirklich graut, ist:

Kann ich mir selbst noch vertrauen?

 

 

 

 

 Ich seh die Sonne scheiden

 

Ich seh die Sonne scheiden

wie alles scheiden soll

Sie sinkt zwischen die Weiden

rot und geheimnisvoll

 

Es drängt ihr nachzujagen

doch dies ist zu vermeiden

denn könnt man nicht entsagen

welch Sinn hätt dann das Scheiden?

 

 

 

 

 Im Norden will ich sterben

 

Es ist noch derselbe Himmel gewiss

so grau über Weser und Elbe

und auch diese trostlose Finsternis

in mir ist noch immer dieselbe

 

Es ist eine karge und störrische Landschaft

die sich den Gezeiten niemals ergibt

und schlossen wir auch nur flüchtig Bekanntschaft

so ist mir doch wohl als wenn sie mich liebt

 

Im Süden will ich erblühen

wo die Wasser smaragdgrün sich färben

bis es Zeit für mich wird heimwärts zu ziehen

Im Norden will ich sterben

 

 

 

 

 Neben dem Bahnsteig

 

Neben dem Bahnsteig steht eine Bank

Auf dieser Bank liegt ein Mann

Schläft er dort nur oder ist er krank?

Man sieht es ihm nicht recht an

 

Ist der Trunkenheit er zum Opfer gefallen?

Oder doch nur der Müdigkeit?

Würde er doch nur rülpsen und lallen

Dann wüsste man gleich Bescheid

 

Müsste man sich vielleicht um ihn kümmern?

Oder ruft besser gleich die Polizei?

Würde er wenigstens stöhnen und wimmern

Besser ist man geht einfach vorbei

 

Um am nächsten Tag in der Zeitung zu lesen

dass ein Unbekannter am Bahnsteig verschied

dabei wäre er noch zu retten gewesen

Man denkt sich: Traurig was so alles geschieht

 

 

 

 

 Panamakanal

 

Ein Dampfer schippert langsam

der Sonne hinterher

ein Mann läuft übers Deck

nervös von kreuz nach quer

Zwei Fotos in der Tasche

von Anna und Max Schmeling

und er zerreißt das erste

und kotzt über die Reling

 

Denn hier im Panamakanal

ist Anna ihm total egal

und ist er erst auf hoher See

dann tut es auch nicht weiter weh

weil er dort sicher schnell vergisst

dass er sie eigentlich vermisst

 

Er kippt einen Gin Tonic

wälzt sich im Liegestuhl

und mustern ihn die Ladys

dann lächelt er ganz cool

Und später im Kasino

sagt er zum Steuermann

dass er in solchen Nächten

nie ruhig schlafen kann

 

Doch hier im Panamakanal

ist Anna ihm total egal

und ist er erst auf hoher See

dann tut es auch nicht weiter weh

weil er dort sicher schnell vergisst

dass er sie eigentlich vermisst

 

Ach Anna - denkt er - schönes Kind

du weißt ja nicht wie Männer sind

und würdest sicher sonst was glauben

beim Anblick meiner feuchten Augen

und dabei tränen sie doch nur vom Wind

 

Denn hier im Panamakanal

ist Anna ihm total egal

und ist er erst auf hoher See

dann tut es auch nicht weiter weh

weil er dort sicher schnell vergisst

dass er sie eigentlich vermisst

 

 

 

 

 Der Pianist

 

Er spielt jeden Abend die Finger sich wund.

Für große Biere und kleine Gage.

Seine Lungen sind nicht sehr gesund.

Er wohnt über der Garage.

 

Zum Komponieren ist es dort zu eng.

Er hört die Vermieter oft zanken.

Von unten riecht der Diesel sehr streng.

Er komponiert nur in Gedanken.

 

Seine Symphonien wären große Kunst.

Doch niemand wird sie je hören.

Sein Publikum erweist ihm keine Gunst.

Ihm ist stets als würde er stören.

 

Der Wirt sagt oft: Nimm es nicht so schwer.

Du sollst nichts weiter als klimpern.

Wegen der Musik kommt niemand her.

Man sucht hier nur jemand zum pimpern.

 

 

 

 

 Dame auf der Chaussee

 

Eine Dame in hohen Schuhen

stöckelte auf der Chaussee

Ihr Mund mochte nicht ruhen

Ihre Füße taten ihr weh

 

Sie kannte so viele Geschichten

manche davon waren wahr

Die muss man doch wohl berichten

Jawohl, Madame, sonnenklar

 

Auf Chausseen geht manches verloren

Mal ist es ein Herz, mal ein Wort

Die Nacht hat meist taube Ohren

aber ich, ich laufe nicht fort

 

Mir kann man alles erzählen

mit dem Gefühl ich hörte auch hin

auch wenn mir selbst die Worte oft fehlen

doch das hat durchaus seinen Sinn

 

Um Anteilnahme zu zeigen

genügt bisweilen ein Blick

und wer geübt ist im Schweigen

dem gibt’s das Leben doppelt zurück

 

 

 

 

 Betrachtung einer stillen Liebe

 

Er liebt sie von Herzen

er liebt sie mit Schmerzen

er liebt sie nur aus der Ferne

man sieht sich oft

und er hat gehofft

sie hätte ihn irgendwie gerne

 

Er hebt den Hut – sie senkt den Blick

und später schauen sie schüchtern zurück

verschämt, verträumt und verstohlen:

Können wir das noch mal wiederholen?

 

Sie liebt ihn im Stillen

doch mit festem Willen

sie liebt ihn nur aus der Ferne

und wenn sie sich nicht mühen

werden sie bald verglühen

dann sind sie erloschene Sterne

 

Er hebt den Hut – sie senkt den Blick

und später schauen sie schüchtern zurück

verschämt, verträumt und verstohlen:

Können wir das noch mal wiederholen?

 

 

 

 

 Charmeur der alten Schule

 

Er gilt als ein Charmeur der alten Schule.

Und sein Benehmen ist stets einwandfrei.

Er liebt Marie, das Klärchen und die Jule.

Und außerdem manch andre nebenbei.

 

Er kredenzt Champagner und betört mit Rosen.

Und wenn er lächelt geht die Sonne auf.

Dezent ergeht er sich in großen Posen

und lässt den Dingen leichthin ihren Lauf.

 

Ihm fliegen Herzen zu wie Schmetterlinge.

Er ist im Fangen mehr als nur geübt.

Und rutscht ihm doch mal eine durch die Schlinge

ist er nicht lang und sonderlich betrübt.

 

Er ist ein Playboy und ein Lebemann

der tut was er am besten kann.

Und das ist – mal galant umschrieben -

Einfach lieben

 

Er gilt als ein Jongleur der süßen Worte.

Und auch als Inbegriff der Männlichkeit.

Mit ihm erreicht man unbekannte Orte.

Und wenn ihm etwas fehlt ist es nur Zeit.

 

Er kann nie lang bei einer Liebe bleiben.

Und doch macht er niemals so wirklich Schluss.

Er lässt sich einfach immer weiter treiben.

So heiß und flüchtig wie ein Sommerkuss.

 

Man kann nicht anders als ihm zu verfallen.

Und es ist Zauberei und nicht Betrug.

Denn nach wie vor gehört er ihnen allen

und man bekommt von ihm niemals genug.

 

Er ist ein Playboy und ein Lebemann

der tut was er am besten kann.

Und das ist – mal galant umschrieben -

Einfach lieben

 

 

 

 

 Das Buch

 

Du sagst du kannst in mir lesen

wie in einem offenen Buch

du sagst du erkennst mein Wesen

- netter Versuch

 

Du beurteilst ein Buch nach dem Umschlag

obwohl du den Inhalt nicht kennst

und wunderst dich wenn du dir dann

beim Öffnen die Finger verbrennst

 

Und ob du am Ende nun bleibst oder gehst

ich hoffe du lerntest:

Nicht jedes Buch dass du liest

ist auch eines das du verstehst

 

 

 

 

 Aristokraten der Lüfte

 

Sie segeln unter dem Zirkusdach

- von unten gesehn klein wie Flöhe –

und drehen sich ein- zwei und tausendfach

um sich selbst in schwindelnder Höhe

 

als würden sie in einem fort

versuchen die Sterne zu greifen

sie gleiten dort wie im Akkord

und fliegen durch flammende Reifen

 

Es staunt derweil auf den Plätzen

ungläubig das Publikum

beim Versuch die Höhe zu schätzen

vor Furcht und Ehrfurcht recht stumm

 

denn wär das Dach nicht vorhanden

das sie dort begrenzt und hält

würden sie wohl nie mehr landen

sondern flögen hinaus in die Welt

 

 

 

 

 Irgendetwas braucht es schon

 

Irgendetwas braucht es schon

um nicht zu verzagen

in der Welt aus Spott und Hohn

in den dunklen Tagen

 

wo man Menschlichkeit nicht sieht

hinter der Fassade

dort wo wer die Strippen zieht

hart und ohne Gnade

 

da wo man die Wahrheit scheut

festhält an der Illusion

grade dort und grade heut

braucht es irgendetwas schon

 

sei es nur ein kleines Wort

oder ein Gesicht

egal wie dunkel auch der Ort

die Liebe bleibt das Licht

 

 

 

 

 Nach der Allee

 

Sie schlenderten Hand in Hand

durch eine grüne Allee

und sie wussten am Ende stand

eine Bank an einem See

 

Die eignete sich zum fabulieren

und auch zu Ohrenknabberei

gewiss würde keiner von ihnen frieren

und der Sommer war noch nicht vorbei

 

Er war für die Liebe ein wenig zu nüchtern

sie hatte Schmetterlinge im Bauch

und so fragte sie ihn kokett-schüchtern:

Sag mir Liebster spürst du das auch?

 

Er spürte kein Ziehen in seinen Lenden

und auch kein Flattern in seinem Bauch

doch um die Peinlichkeit zu beenden

hauchte er schamlos: Ich spür es auch

 

 

 

 

 Süßwassermatrosen

 

Steuerbord, Backbord, Luv oder Lee

sind ihm wie die Westentasche vertraut

schließlich fuhr er Jahre zur See

und er hat windgegerbte Haut

 

mein Freund der alte Kapitän

und er lüftet stets seinen Südwester

immer wenn wir uns wiedersehn

in Altona zu Silvester

 

Man hat mit ihm jedes Mal sehr viel Spaß

der macht sich nicht bei Sturm in die Hosen

und beschimpft die anderen nach dem zehnten Glas:

Ihr seid nur Süßwassermatrosen

 

Wenn man uns dann aus der Kneipe schmeißt

- und das macht man jedes Jahr wieder -

hat er längst vergessen wie er heißt

und singt unanständige Lieder

 

und kommen wir an ein Blumenbeet

dann pinkelt er auf die Rosen

und lallt gutgelaunt und aufgedreht:

B-B-Blumen pflanzen nur Süßwassermatrosen


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.