Kleine Verhältnisse

 

Mancher stammt aus kleinen Verhältnissen.

Das ist kein Grund traurig zu sein.

Ich hatte viele kleine Verhältnisse.

Deshalb traurig zu sein fiele mir nie ein

 

 

 

 

 Die Trinker

 

Sie sitzen im Park auf den Bänken.

Und trinken den ganzen Tag.

Da ist es leicht Schlimmes zu denken.

Weil man solche einfach nicht mag.

 

Wo doch schließlich Kinder hier spielen.

So etwas gehört sich doch nicht.

Da muss man sich ja unwohl fühlen.

Solche gehörten schnell vor Gericht.

 

Warum nicht gleich an den Galgen?

Oder den nächsten Baum?

So eifrig wie die Kinder grad balgen

bemerkten sie es wohl kaum.

 

 

 

 

 Schulsport

 

Bodenturnen ist sehr schön

und noch schöner anzusehn

ist ein wahrer Hochgenuss

wenn ich es nicht machen muss

 

Und ich mag auch nicht verharren

an so einem blöden Barren

und seh ich ein Reck

lauf ich eh gleich weg

 

Schulsport im Freien

kann ich grad noch verzeihen

Schulsport in der Halle

macht mich völlig alle

 

Hab mit Beifall nie gespart

üben Mädchen den Spagat

aber ich krieg einen Schock

zwingt man mich in Richtung Bock

 

Reifen, Seile oder Ringe

sind nicht meine Lieblingsdinge

und mich packt der Drang zu fliehn

sehe ich ein Trampolin

 

Schulsport im Freien

kann ich grad noch verzeihen

Schulsport in der Halle

macht mich völlig alle

 

Der einzige Spaß den ich beim Sport je hatte

war der Mittagsschlaf auf der Gymnastikmatte

 

 

 

 Fremde Sterne

 

Ich hab fremden Sternen

deinen Namen gegeben

und so sehr gehofft

wir könnten dort leben

wo uns niemand findet

wo uns keiner kennt

und es wär mir egal

ob der Himmel verbrennt

 

Ich hab meine Feigheit

bereut und verflucht

und in manchem Glas

nach Erlösung gesucht

doch so viel ich auch trinke

und wie weit ich auch geh

es gibt nichts außer dir

was ich noch wirklich seh

 

Ich hab Lügen erzählt

und Versprechen gemacht

und dabei jedes Mal

doch an dich nur gedacht

Ich verliere jeden Halt

meine Welt stürzt grad ein

und ich will weiter nichts

als jetzt nur bei dir sein

 

Ich hab fremden Sternen

deinen Namen gegeben

und was heißt das schon :

Wir teilen kein Leben

Ganz egal was ich sag

ganz egal was du denkst

die Wahrheit ist :

Wir gehören uns längst

 

 

 

 

 Die Hähne

 

Die Hähne krähen wie jeden Tag

und wenn so ein Hahn erst krähen mag

- man kann die Uhr danach stellen -

scheut sich auch der Hund nicht zu bellen

 

Es treibt die Katzen hinaus aus dem Haus

- sei auf der Hut, verschlafene Maus -

und muhen erst einmal die Kühe

erwacht auch der Knecht – mit Mühe

 

Und so geschieht es jeden Tag neu

die Mähre knabbert bedächtig am Heu

die Schweine suhlen sich prächtig im Dreck

der Marder schleicht sich aus seinem Versteck

 

Die Ziegen mögen noch so sehr zicken

der Ochse sein Geschirr missmutig erblicken

der Müßiggang hat jetzt ein Ende

los Bauer, spuck in die Hände

 

 

 

 Abendschein

 

Über dem Watt der Abendschein

lässt uns vereint zufrieden sein

die Herzen froh und federleicht

so lang das warme Licht noch reicht

 

und jede Sorge, jede Plage

die uns verfolgt an diesem Tage

wird von der Ebbe fortgesogen

bis sie zerbricht in fernen Wogen

 

Kein Los, egal wie hart und schwer

das nicht ergäbe sich dem Meer

so bleiben einzig wir allein

demütig still im Abendschein

 

 

 

 

 Ein Mantel ohne Taschen

 

Ein Mantel ohne Taschen

taugt in der Praxis wenig

Er gibt beim ersten Blick schon preis

wer Bettler ist, wer König

 

Er schützt vor Kälte, gut und schön

trotzdem wirkt man in ihm verhärmt

während des reichen Mannes Mantel

das kalte Herz von innen wärmt

 

Ein Mantel ohne Taschen

beweist recht wenig Liebe

für Lumpen die noch schlechter dran

Vornehmlich Taschendiebe

 

 

 

 Das Auge holt die Bilder näher ran

 

Fünfzehn Jahre danach

die Träume kommen noch immer

und grad im Sommer

sind sie soviel schlimmer

 

Die Fliegerjacke verbrannt

im Nebel über dem Wald

ein Morgen in Frankreich

verregnet und kalt

 

Ihr Parfüm roch nach Blumen

er lachte als wärs ein Spiel

doch sie lachte nicht mehr

als er vom Himmel fiel

 

Die Ferne ist manchmal greifbar

doch nur wenn man weinen kann

der Tränenfilm ist ein Fernglas

das Auge holt die Bilder näher ran

Das Gehirn gleicht einer Kamera

es schaltet sich selbständig an

das Foto klebt im Gedächtnis

das Auge holt die Bilder näher ran

 

In ihrem weichen Bett

probte er die sanfte Landung

doch seine Maschine stürzte

mitten in die harte Brandung

 

Man gab ihr seinen Orden

sie wusste nicht wofür

und landet ein Flugzeug

sieht sie noch immer zur Tür

 

So als würde er dort stehen

wie vor fünfzehn Jahren

in der Fliegerjacke

und dem Wind in seinen Haaren

 

Die Ferne ist manchmal greifbar

doch nur wenn man weinen kann

der Tränenfilm ist ein Fernglas

das Auge holt die Bilder näher ran

Das Gehirn gleicht einer Kamera

es schaltet sich selbständig an

das Foto klebt im Gedächtnis

das Auge holt die Bilder näher ran

 

 

 

 Billy

 

Irgendwann 8. Klasse

wir sollten zum Praktikum

Meine Lieblingsbeschäftigung?

Ich lege gern Leute um

Die beknackte Tante

schrieb den Scheiß wirklich mit

fragte: Was willst du mal werden?

Ich sagte: Billy the Kid

 

Reichte aber dann leider

doch nur für BMW

Spandau – Am Juliusturm

8.00 Uhr morgens und Schnee

Kurzer Werkshallenrundgang

mir verging gleich der Glaube

fragte einen: Was tust Du?

Er gab zur Antwort: Ich schraube

 

Ich sollte irgendwas halten

habe es nicht kapiert

sagte also dem Wärter:

Bin überqualifiziert

Ihm schwoll gleich der Kamm

und dann schmiss er mich raus

10.00 Uhr vormittags

ich ging glücklich nach Haus

 

 

 

 

 Abendspaziergang der Nachbarn

 

Mein Nachbar, seine Frau und zwei Hunde

drehen abendlich ihre Runde

allabendlich muss man wohl sagen

sofern sie sich grade vertragen

 

Denn herrscht zwischen ihnen wieder mal Streit

dann gehen sie zu verschiedener Zeit

der Dackel geht dann mit der Frau

der Mann geht mit dem Chow-Chow

 

Und manchmal gibt es auch Zeiten

wo ihre Köter sich streiten

davon will ich lieber nichts wissen

denn dann wird ins Zimmer geschissen

 

 

 

 

 Rothaar

 

In einer Winternacht geboren

bei ihrer Mutter Todesschrei

und tausend Krähen flogen kreischend

an ihrem Kinderbett vorbei

 

Sie war verflucht - sie war verdammt

weil sie so wild und anders war

sie tanzte nachts mit jungen Wölfen

und es flog Feuer aus ihrem Haar

 

Doch sie war schön wie eine Rose

und ihre Lippen waren warm

bis zu dem Tag an dem der König

sie mit Gewalt zur Frau sich nahm

 

Rothaar

zünd den Mond an

brenn die Nacht ab

wenn du weinst

 

Sie schenkte Kriegern ein Lächeln

an dem Tag der Sonnenwende

und gab sich voll Verachtung

ihrem Herrscher in die Hände

 

Doch als er sie nehmen wollte

sah er kurz die Klinge blitzen

und dann hörte er sie flüstern:

"Niemand wird mich je besitzen"

 

Als sein Blut auf ihren Leib quoll

und nur Kälte in ihm war

sah er durch den roten Schleier

weiter nichts als nur ihr Haar

 

Rothaar

zünd den Mond an

brenn die Nacht ab

wenn du gehst

 

Und dann folgte sie den Wölfen

durch das Land ein ganzes Jahr

bis ein Fremder sie berührte

und der küsste sanft ihr Haar

 

Rothaar

zünd den Mond an

brenn die Nacht ab

wenn du liebst

 

 

 

 

 Unter den Linden

 

Ein Greis flaniert verträumt unter den Linden

denkt an sein Liebchen vor dem Mauerbau

nach all den Jahren lässt es sich kaum finden

es nahm sich einen andren – das war schlau

 

Er ist stattdessen unerfüllt geblieben

die Sehnsucht brachte ihn beinahe um

wie unterschiedlich doch die Menschen lieben

er nahm sich keine andre – das war dumm

 

 

 

 

 Trage dich den Sternen an

 

Trage dich den Sternen an

mögen sie dich leiten

weiter als man blicken kann

und durch alle Zeiten

 

Trage dich den Sternen an

mögen sie dich führen

vielleicht wirst du irgendwann

kein Fernweh mehr verspüren

 

Trage dich den Sternen an

Sterne bringen Glück

aber frag dich dann und wann:

Find ich noch zurück ?

 

 

 

 

 Poison Ivy

 

Du gehst auf Wegen die noch nicht vermessen

zwischen den Welten achtlos hin und her

wie könnte ich je deinen Duft vergessen

es ist als wär um mich ein Blumenmeer

 

Geläng es mir nur einen Kuss zu rauben

egal wie tödlich er am Ende ist

ich würde an die Macht der Liebe glauben

ich kann nur lachen wenn du bei mir bist

 

Wie Efeu soll dein Haar mich sanft umfangen

hüll mich in deine wilden Träume ein

niemand ist diese Straße je gegangen

es muss die Straße der Erfüllung sein

 

 

 

 Kaserne bei Norderstedt

 

Junge Burschen so wild und verwegen

wie eifrig sie doch exerzieren

um danach auf den schlammigsten Wegen

tapfer und schnell zu marschieren

 

Ihre Tornister scheinen so schwer

doch sie haben ein Lied auf den Lippen

präsentieren stolz das Gewehr

ohne mit den Wimpern zu wippen

 

Doch kommt ein junges Mädchen daher

vergessen sie schnell das Erlernte

da gehen die Blicke dann kreuz und quer

noch lang nachdem es sich entfernte

 

Sie laufen nicht mehr in Reih und Glied

sie wuseln nur noch durcheinander

während in manchem Geist ein Gedicht erblüht

anstelle der Propaganda

 

Auch der Spieß war einstmals ein Knabe

mit sehr schwerem Geschütz

doch nun feuert er eine Garbe

und brüllt: „Fünfzig Liegestütz!“

 

 

 

 

 Romantik

 

Es trieb einmal ein Feigenblatt

ganz einsam im Atlantik

es sah sich an den Wellen satt

und seufzte: Welch Romantik

 

Doch damit war es schnell vorbei

und aufgespießt auf einem Zahn

fragte es vorwurfsvoll den Hai:

Seit wann speist ihr vegan?

 

 

 

 

 Unisex Toiletten

 

Viel traut man dem Staat ja nicht zu

doch in diesem Fall hat er recht

Natürlich hat jeder einzelne Mensch

das Recht auf sein eignes Geschlecht

 

Ich bin da wirklich sehr aufgeschlossen

und froh dass man so etwas macht

Ich kannte bisher zwar nur zwei Geschlechter

na ja, dann sind es eben bald acht

 

Man müsste dann in aller Konsequenz

die Religionen auch unterscheiden

Kein Christ pisst gern bei einem Moslem

und keiner bei einem Heiden

 

So bleibt also gar nichts andres übrig

will man den Weltfrieden retten

als alle Mietshäuser in Berlin zu ersetzen

durch Millionen von Toiletten

 

 

 

 

 Niederschläge

 

Das Wetter droht mit leichten Niederschlägen.

Die Bürgersteige rollen sich schon ein.

Es gibt ja Menschen die tanzen im Regen.

Mit solchen Narren hat man nichts gemein.

 

Denn die verkühlen sich ja nur die Füße.

Und schnaufen dann wie eine Eisenbahn.

Man sendet ihnen schadenfrohe Grüße.

Und fügt hinzu: Das hätt ich nie getan.

 

Man hat noch manche Bosheit auf der Zunge.

Doch wünscht neben Gesundheit auch noch Glück.

Denn denen schmerzt der Hals und pfeift die Lunge.

Und irgendetwas bleibt bestimmt zurück.

 

Die Niederschläge sind derweil gekommen.

Darüber freuen sich einzig die Pflanzen.

Und man ist urplötzlich doch sehr beklommen.

Denn unbewusst begann man grad zu tanzen.

 

 

 

 Sag es wie es ist

 

Ich weiß ich bin angekommen

irgendwo am Rand der Nacht

wo sie alle Gringos hassen

und ein Kuss dich einsam macht

Der Tequila schmeckt wie Pisse

jemand knabbert mir am Ohr

und ich hör die Katze flüstern:

Ich bin heut noch frei, Senor

 

Grade jetzt fällt mir so viel ein

ich könnt zwanzig Bücher schreiben

aber da ich keinen Stift hab

lasse ich es schließlich bleiben

 

Ich denk an meinen Lehrer

komisch dass man nie vergisst

wenn dir jemand mal gesagt hat

Junge, du schreibst nichts als Mist

Schluss mit all dem Kitsch

zeig den Menschen wer du bist

du musst schreien und nicht flüstern

sag es wie es ist

 

Pedro hat den alten Chevy

hinter der Mission versteckt

ist es Zufall oder Schicksal

dass er grade hier verreckt

Ist bestimmt die Lichtmaschine

kann auch etwas andres sein

vielleicht tauscht man mir den Wagen

gegen einen Esel ein

 

Grade jetzt hab ich Visionen

liegt wohl an der Hitze hier

doch ich finde nicht mal auf dem Klo

das kleinste Stück Papier

 

Ich denk an meinen Lehrer

komisch dass man nie vergisst

wenn dir jemand mal gesagt hat

Junge, du schreibst nichts als Mist

Schluss mit all dem Kitsch

zeig den Menschen wer du bist

du musst schreien und nicht flüstern

sag es wie es ist

 

Es gibt Gründe fortzugehen

es gibt Gründe hierzubleiben

und ich sollte sicher irgendwann

einen Brief nach Hause schreiben

 

Ich denk an meine Heimat

seltsam dass man nie vergisst

wenn dir jemand mal gesagt hat

wie wenig wert du bist

Du kannst nichts dagegen machen

wenn der Schmerz die Seele frisst

und was hilft es schon

zu sagen wie es ist

 

 

 

 

 München liegt in der Pofalte von Bayern

 

Neulich hat es kurz gebrannt

irgendwo auf Helgoland

und der Chef der Feuerwehr wurde gleich blasser:

„Leute sagt mal rasch wo gibt’s hier Wasser?“

 

München liegt in der Pofalte von Bayern

das muss man feiern – das muss man feiern

Das muss man feiern nächtelang

ist man danach auch magenkrank

und muss stark reihern

 

In Hamburg sprach ein Seemann: „Schnell

Ich muss sofort in ein Bordell“

Da riefen alle voll im Suff:

„Alter geh lieber in den Puff!“

 

München liegt in der Pofalte von Bayern

das muss man feiern – das muss man feiern

Das muss man feiern nächtelang

ist man danach auch magenkrank

und muss stark reihern

 

Im Zoo da sah ein Kakadu

einer Eule bei – was weiß ich denn – zu

und als er freundlich fragte: „Wie heiß du?“

sagte sie nur: „Uhu!“

 

München liegt in der Pofalte von Bayern

das muss man feiern – das muss man feiern

Das muss man feiern nächtelang

ist man danach auch magenkrank

und muss stark reihern

 

 

 

 

 Sin City Blues

 

Achmed ertränkt sich in Raki

Freitagabend kurz vor halb zehn

die Fastenzeit naht in Kürze

der Ärger ist ihm anzusehn

So ist das mit Traditionen

und jeder Art von Religion

Milla hat ihren Rabbi

und betet mit ihm am Telefon

 

Ich trag ein Kreuz an der Kette

und an dem Kreuz hängt ein Mann

er starb für unsere Sünden

doch Armageddon fängt grade erst an

 

Die Nacht ist ein Meer

doch die Häfen sind knapp

und wer nicht stark ist

säuft irgendwann ab

Ich kenne die Dunkelheit

nur zu genau

und auch alle

Schattierungen von Grau

 

Milo ist vierzehn Jahre

doch seine Augen sind kalt

für zwei Zehner hält er seinen Arsch hin

bald ist er den Freiern zu alt

Larissa macht auf Lolita

dabei hat sie schon einen Sohn

der lebt bei ihrer Mutter

sie pennt in der Bahnhofsmission

 

Ich trag ein Kreuz an der Kette

und an dem Kreuz hängt ein Mann

er starb für unsere Sünden

doch Armageddon fängt grade erst an

 

Die Nacht ist ein Meer

doch die Häfen sind knapp

und wer nicht stark ist

säuft irgendwann ab

Ich kenne die Dunkelheit

nur zu genau

und auch alle

Schattierungen von Grau

 

 

 

 

 Tanzen! Nicht marschieren!

 

Da sieht man sie nun wieder laufen.

Sie laufen mit strammem Schritt.

Verraten wird man sie und verkaufen.

Und trotzdem laufen sie mit.

 

So ist es schon immer gewesen.

So wird es auch zukünftig sein.

Ihre Messe ist längst gelesen

Ihre Angst holt sie irgendwann ein.

 

Täglich werden es mehr

und doch hoffe ich sehr

dass sie es irgendwann noch kapieren:

Tanzen! Nicht marschieren!

 

Da sieht man sie nun wieder laufen.

Treue Brüder und Kameraden.

Verraten wird man sie und verkaufen.

Und ihre Seelen kommen zu Schaden.

 

Und wieder wird ihnen versprochen

Glanz und Gloria wären der Lohn

doch sie enden enttäuscht und zerbrochen

wie meine Generation

 

Täglich werden es mehr

und doch hoffe ich sehr

dass sie es irgendwann noch kapieren:

Tanzen! Nicht marschieren!

 

 

 

 

 Schiffe ohne Häfen

 

Ich hab heut Nacht vom Meer geträumt

wie es gierig das Land verschlingt

und einen letzten großen Sturm

hin zu euren Bastionen bringt

 

Die Brecher schlugen meterhoch

der Meeresgrund war aufgewühlt

und Leichen wurden massenhaft

an jeden Strand der Welt gespült

 

Sie wandelten durch eure Städte

sie hetzten euch und klagten an

und das was heut ein Traum nur war

das wird geschehen irgendwann

 

Ihr redet nur von Paragraphen

und erkauft euch ständig Zeit

Da sind Schiffe ohne Häfen

Zeigt endlich Menschlichkeit

 

 

 

 

 Sie würden staunen

 

Sie würden staunen wenn ich berichte

was ich erlebe, so Tag für Tag

dagegen ist Napoleons Geschichte

so bedeutend wie Zahnbelag

 

Doch es liegt mir einfach nicht zu prahlen

Sie wollen trotzdem? Unbedingt?

- ein Bier noch bitte, Sie zahlen -

Und überhaupt: Das Leben stinkt

 

Ich denke mir, Sie sind so einer

der sich für etwas Besseres hält

doch Sie wären um einiges kleiner

ohne Titel und ohne Geld

 

Nein, nein, das war kein Tadel

Sie sind unter Freunden hier

Man schätzt doch den alten Adel

Wenn es recht ist: Dann noch ein Bier

 

Sie brauchen sich nicht zu schämen

dies ist ein freundliches Haus

uns kümmert nicht von wem wir es nehmen

doch Laffen nehmen wir lieber aus

 

 

 

 

 Vor dem Schlaf

 

Dummer Mond – wozu mich quälen

hast ja doch nichts zu erzählen

scheinst nur in mein Fenster rein

als würde es deines sein

 

Mach das mal lieber nebenan

Ernst freut sich wenn er sparen kann

und neckst du ihn mit deinem Licht

dann braucht er seine Lampe nicht

 

 

 

 

 Zwischen Anhalter Bahnhof und Kottbusser Tor

 

Micky Messer erklärt die Regeln der Nacht

und er hat es nicht gern wenn man dabei lacht

aber wer lacht der wird bald schrein

denn Micky ritzt ihm seine Regeln ein

Der Neon-Jesus am Nollendorfplatz

kassiert seinen Anteil von seinem Schatz

der ist erst fünfzehn und völlig bekifft

aber Liebe ist hier das schlimmere Gift

 

Caro trägt wieder Lack und Leder

und wenn der Preis stimmt bekommt sie jeder

Die Sozialbau-Kiddies sind laut und breit

und suchen wie jede Nacht nur nach Streit

 

Ich steh da wie immer, doch ich find dich nicht mehr

es hat so weh getan, es ist so lange her

und nichts bleibt von den Träumen die man verlor

zwischen Anhalter Bahnhof und Kottbusser Tor

 

Julie ist noch da und sie kennt mich zu gut

und sie weiß was man in solchen Fällen tut

Sie ist nicht du, doch sie hat ein süßes Gesicht

was soll man da schon sagen, außer „Warum nicht?“

Sie hat Prinzipien und macht‘s nicht mit jedem

und vor allem muss ich bei ihr nicht reden

Sie hat keinen Abschluss und trotzdem Verstand

und manchmal braucht es nur eine tröstende Hand

 

Der Morgen spuckt die Verlorenen aus

und der Flaschensammler steht grinsend vorm Haus

Er weiß woher ich komme und was ich bin

und summt ein dummes Lied vor sich hin

 

Ich geh da wie immer, doch ich find dich nicht mehr

es hat so weh getan, es ist so lange her

und nichts bleibt von den Träumen die man verlor

zwischen Anhalter Bahnhof und Kottbusser Tor

 

 

 

 

 Tomaten

 

In Großmutters Garten wuchsen Tomaten

und trotzten beständig Feuer und Rauch

vor dem Garten marschierten Soldaten

Furcht und Verzweiflung wuchsen dort auch

 

Sie wuchsen in Sträuchern und in den Beeten

und Großmutter hat damals oft gesagt:

„Nun ernten wir den Sturm den wir säten“

doch sie war stark und hat sich nie beklagt

 

Denn schließlich galt es ein Kind zu ernähren

- die Tomaten waren saftig und rot -

allein von der Hoffnung kann niemand lang zehren

und die beste Ernte gebührte dem Tod

 

 

 

 

 Stempelmann

 

Jeden Morgen frische Tinte ins Kissen

Gewiss reichte die alte noch aus

Aber man kann ja nie wissen

Der kluge Mann plant voraus

 

Die Ordner noch mal graderücken

(denn jeder weiß Ordnung muss sein)

um die Minuten zu überbrücken

Und endlich schlägt es dann neun

 

Ja, ich bin der Stempelmann

schaut mal wie ich stempeln kann

Wenn sich jemand her bequemt

stempel ich ihm „Abgelehnt“

 

Es ist gestern nicht anders als heute

Ich erfülle mit Stolz meine Pflicht

Ich hab ja nichts gegen die Leute

Aber Ausnahmen mache ich nicht

 

Ich verweise auf die Paragraphen

Dann werden sie laut oder stumm

Ich vergleiche sie manchmal mit Schafen

Und mein Stempel bringt doch keinen um

 

Ja, ich bin der Stempelmann

schaut mal wie ich stempeln kann

Wenn sich jemand her bequemt

stempel ich ihm „Abgelehnt“

 

 

 

 

 Wenn die Toten erst aus den Gräbern steigen

 

Wenn die Toten erst aus den Gräbern steigen

suchen sie euch heim und werden nicht mehr schweigen

Sie treiben ihre Schulden ein und sie klagen an

Eine Armee der Opfer die niemand stoppen kann

 

Wenn die Toten erst aus den Gräbern steigen

wird sich eure Zeit ihrem Ende neigen

Keiner wird euch helfen und vermag zu schlichten

wenn die Toten kommen um über euch zu richten

 

Wenn die Toten erst aus den Gräbern steigen

werden sie euch gnadenlos das wahre Grauen zeigen

und vielleicht erkennt ihr dann was ihr in eurem Wahn

Millionen verlorener Seelen angetan

 

 

 

 

 Tragische Komödie

 

Wir sind so wie die Tiere in der Fabel

die jemand - der uns bestens kennt - beschreibt

Das ist genau genommen recht blamabel

weil man durchschaut und nebensächlich bleibt

 

Wir würden lieber in Sonetten weilen

Von Shakespeare vorzugsweise, wenn es ging

Der hätte sicher Kluges mitzuteilen

Fabeln waren noch nie der Menschen Ding

 

Da Shakespeare jedoch schon recht lang verstorben

bleibt dieser Wunsch für immer nur ein Traum

Wir haben uns zwar andernorts beworben

Notiz jedoch nimmt man von uns dort kaum

 

So bleiben wir die dummen Fabelwesen

Was man uns vorhält ist zuerst ein Spiegel

Und jeder, wirklich jeder, kann es lesen:

Wir Hasen schlagen nicht mal einen Igel

 

 

 

 

 Wann immer Liebe schwindet

 

Es dunkelt in den Fernen

Der Tag hat sich verblüht

Das Licht von allen Sternen

scheint kalt und ausgeglüht

 

Wann immer Liebe schwindet

flieht mit ihr auch das Licht

Was man im Dunkel findet

fürchten nur Narren nicht

 

 

 

 

 Für meine guten Eltern

 

Die Nachwelt wird euch einmal ehren

denn ihr habt ein Genie großgezogen

ich weiß ihr könnt es euch nicht erklären

das Glück war euch halt gewogen

 

Ich hab deshalb nichts zu beklagen

Erziehung ist niemals leicht

doch sieht man mich an kann man sagen:

Es hat wohl mehr als gereicht

 

Wird mir der Nobelpreis verliehen

dann ist mir das herzlich egal

man kann halt dem Ruhm nicht entfliehen

die Medaille leg ich euch ins Regal

 

 

 

 

 Betreff

 

Frau Meyer bitte zum Diktat

Die Firma ist fast pleite

was ich jedoch nach außen hin

so lang es geht bestreite

Doch die Belegschaft die muss weg

und zwar mehr als die meisten

ich kann sie mir so weh das tut

halt einfach nicht mehr leisten

 

Frau Meyer kündigen Sie freundlich

aber schreiben Sie nicht zu viel

machen Sie es einfach so wie immer

knapp, bestimmt, doch mit Stil

Heucheln Sie auch etwas Mitleid

und schreiben Sie bei Betreff:

50 Arbeiter, wie gut auch immer

ersetzen doch keinen Chef

 

Ganz vorzüglich Frau Meyer

was wäre ich ohne Sie?

Aber um James Bond zu zitieren:

Sage bloß niemals nie

Noch ein letztes Schreiben Frau Meyer

bitte ohne mich zu hassen

schreiben Sie sich etwas Nettes

denn Sie sind hiermit entlassen

 

Frau Meyer kündigen Sie freundlich

aber schreiben Sie nicht zu viel

machen Sie es einfach so wie immer

knapp, bestimmt, doch mit Stil

Heucheln Sie auch etwas Mitleid

und schreiben Sie bei Betreff:

50 Arbeiter, wie gut auch immer

ersetzen doch keinen Chef

 

 

 

 

 Anekdoten

 

Sind berühmte Leute verschieden

hat es die Nachwelt niemals vermieden

von unerzählten Geschichten

und Begegnungen zu berichten

 

Auch ich werde mich in Kürze verpissen

und es wäre tröstlich zu wissen

dass jeder der an meinem Grab verharrt

sich solche dummen Berichte erspart

 

Denn Anekdoten

gehören den Toten

 

 

 

 

 Neulich mit dem Teufel

 

Wir sind uns neulich mal wieder begegnet.

Er trug sein Versicherungsvertretergesicht.

Rief mir strahlend zu: „Mein Freund, sei gesegnet!“

Ich hab gelacht: „So weit bin ich noch nicht.“

 

Es war zunächst kein freier Tisch zu finden.

Dann wurden drei Leute vom Dünnschiss gepackt.

Man sah sie schnell Richtung Klo verschwinden.

So wird der Stier bei den Hörnern gepackt.

 

Dann kam er mir wieder mit der alten Geschichte

vor der es mir doch jedes Mal graust.

„Warum schrieb der Arsch nicht weiter Gedichte

sondern verriet mich mit dem dämlichen Faust?“

 

Mir ist der Goethe ein recht lieber Kollege

doch mit dem Teufel leg ich mich nicht an

Ich sagte: „Er war eine Nervensäge

soweit ich das beurteilen kann.“

 

Er zeigte mir seine schönste Grimasse

und flötete lockend: „Was ist dein Begehr?“

Einem Mann von deiner Klasse

verlangt es doch sicher nach einigem mehr.“

 

Ich hatte in der Tat so manches im Sinn

einen Ferrari, ein Mädchen, Herthas Meisterschaft

aber niemand wird glauben dass ich so blöd bin

dann in der Hölle zu schmoren im eigenen Saft

 

Ich sagte: „Meine Seele kannst du nicht haben

ich schreib dir stattdessen ein schönes Gedicht“

Er lachte, als wir uns die Hände dann gaben:

„Du bist blöd, aber dumm bist du nicht“

 

 

 

 

 Ein Hund der meine Augen hat

 

Die Welt geht langsam vor die Hunde

doch Michael schmeißt eine Runde

von daher denk ich, schon recht breit:

Weltuntergang nimm dir noch Zeit

 

Die Anasazi und die Navaho

kannten den Bockmist ebenso

doch alles was von ihnen blieb

ist der Streit wie man sie richtig schrieb

 

Darüber kann ich dann nur flachsen:

Ist ja fast so wie bei den Sachsen

über die sich auch mancher wundert

und nicht erst im nächsten Jahrhundert

 

Später dann auf dem Weg nach Hause

bei einer kurzen Pinkelpause

hockt unter einem Wagenrad

ein Hund der meine Augen hat

 

 

 

 

 Die schwarze Witwe

 

Wenn die Sonne blutrot in das Meer sinkt

winkt ihr Blick dich lockend zum Tanz

du gehst für sie durchs Feuer

und bezahlst teuer

denn am Ende verschlingt sie dich ganz

....die schwarze Witwe

 

Sie wiegt ihre Hüften im Rhythmus

alles an ihr ist perfekt

heut bist du das Opfer

du hast keine Chance

sie hat deine Schwäche entdeckt

....die schwarze Witwe

 

Tanzt sie ihren tödlichen Tango

dann geht ihr jeder ins Netz

sie tötet wen immer sie liebt

das ist ihr Gesetz

 

Wenn die Sonne hell aus dem Meer steigt

wird sie wieder hier sein

und findet auch heute

ganz leicht neue Beute

sie ist niemals lange allein

....die schwarze Witwe

 

Sie wiegt ihre Hüften im Rhythmus

alles an ihr ist perfekt

heut bin ich das Opfer

ich hab keine Chance

sie hat meine Schwäche entdeckt

....die schwarze Witwe

 

Tanzt sie ihren tödlichen Tango

dann geht ihr jeder ins Netz

sie tötet wen immer sie liebt

das ist ihr Gesetz

 

 

 

 

 Lächelnder Engel aus Plastik

 

Du harrst in harmonischer Nonchalance aus

wie du es seit Ewigkeiten getan

in einer Nische im Warenhaus

mit dem Aufdruck „Made in Taiwan“

 

All deine Brüder gingen retour

das kann dir nicht die Laune verderben

du lächelst stets - und selten nur

denkst du an ein mögliches Sterben

 

Jede Hand die dich prüfend berührt

ist ein Zeugnis von Gottes Gnade

auch wenn du die Wärme nicht spürst

- verschlungen sind des Schöpfers Pfade -

 

Du wachst und gedenkst einer besseren Zeit

doch manchmal zuckt deine Retina

denn gegenüber grinst lang und breit

ein Buddha „Gemacht in China“

 

 

 

 

 Der Hauptmann

 

Geht es vielleicht etwas leiser?

Ihr seht doch der Hauptmann döst.

Von den vielen Befehlen ganz heiser.

Wird Zeit dass man ihn erlöst.

 

Es macht keinen Sinn mehr zu heucheln.

Wo er mit den Rationen so geizt.

Würde man ihn jetzt meucheln…..

Nun, er hat sein Blatt überreizt.

 

Dem geht es um blitzende Orden.

Der will später mal nach Berlin.

Wir sehen die russischen Horden.

Und der faselt von Disziplin.

 

Ich würde es Notwehr nennen.

Es reicht ein einziges Messer.

Dann könnte er ewig weiterpennen.

Und uns ginge es besser.

 

 

 

 

 Kartoffelschalen

 

Es echauffiert sich ein hochroter Kopf

im Restaurant, am Nachbartisch

maßregelt den Kellner, den armen Tropf

Nicht zart genug sei der Fisch

 

Und das Gemüse wäre zerkocht

die Soße zu fad und zu dick

Ein Wunder: Er hat wohl das Wasser gemocht

Mein Blick trifft seinen Blick

 

Ich bin schon im Aufbruch begriffen

und gerade dabei zu zahlen

doch hab die Bemerkung mir nicht verkniffen:

Im Krieg kaute man selig Kartoffelschalen

 

 

 

 

 Dein Hund

 

Dein Hund pisst nen Mercedes an

und sofort brüllt erregt ein Mann

ob er denn nicht woanders kann

 

Er könnte doch er will nicht

das ist ein guter Grund

ich kenn das und versteh es

drum mag ich deinen Hund

 

Er bellt oft doch er beißt nicht

und tickt meist nicht ganz rund

wir haben viel gemeinsam

drum mag ich deinen Hund

 

Ich geh zu dem erregten Mann

und piss an den Mercedes ran

da grinst dein Hund mich freudig an

 

 

 

 

 Kulinarisches

 

Es gibt Mozartkugeln und Schillerlocken

die verdrückt man, selbst wenn man die Herren nicht kennt

Man sollte mich nach meinem Tod damit ehren

dass man eine Boulette nach mir benennt

 

 

 

 

 Im Kreis

 

Es gehen die Leute im lauten Verkehr

sie gehen …wohin auch immer

es interessiert mich einfach nicht mehr

ich geh höchstens noch durch mein Zimmer

 

Das hat nicht nur vier schöne Wände

es hat ein Fenster, es hat eine Tür

es hat einen Anfang, es hat ein Ende

und es gehört ganz allein mir

 

Wohin die Leute draußen auch gehen

von denen ich sonst wenig weiß

sie gehen wie ich, auch wenn wir uns nicht sehen,

im Kreis

 

 

 

 

 Einer Zigeunerin

 

Frage nicht wer ich bin.

Sing nur deine Lieder.

Schnell geht diese Nacht dahin.

Ist sich selber Zweck und Sinn.

Und kehrt niemals wieder.

 

 

 

 

 Schwebende Schiffe

 

In meinen Träumen seh ich einen Fluss

und ich weiß ich muss ihn erreichen

dort wartest du, gibst mir einen Kuss

und die fiebernden Geister entweichen

 

Dann werden wir durch das Wasser waten

- in meinen Träumen ist es nicht kalt -

wir gelangen in einen blühenden Garten

und dort ändert sich unsre Gestalt

 

Ich hab schwebende Schiffe in den Wolken gesehn

und sie luden uns ein an Bord zu gehn

um uns zu neuen und besseren Tagen

hinter das Licht der Sonne zu tragen

 

In meinen Träumen seh ich einen Stern

den andere Menschen nicht kennen

er hat keinen Namen und ist so fern

doch sein Licht wird hell für uns brennen

 

Wir werden frei sein und werden fliegen

und alle Schatten bleiben zurück

wir werden die Gesetze der Schwerkraft besiegen

und uns erwartet dort das pure Glück

 

Ich hab schwebende Schiffe in den Wolken gesehn

und sie luden uns ein an Bord zu gehn

um uns zu neuen und besseren Tagen

hinter das Licht der Sonne zu tragen

 

Die Zeit geht dahin, die Träume sie schwinden

und es wird immer schwerer den Weg noch zu finden

ein einziges schwebendes Schiff kann ich sehn

es legt ohne uns ab wenn wir jetzt nicht gehn

 

 

 

 

 Als ich in Bremen verkehrte

 

Als ich in Bremen verkehrte

verkehrte, da Rieke sich wehrte,

(zwar mündlich, doch viertelstündlich

ach, was ist die Frau doch empfindlich)

also, wie ich grade erklärte,

als ich in Bremen verkehrte,

verkehrte ich eben nicht,

und schrieb da ich nicht verkehrte

worüber ich mich sehr empörte,

für Rieke dieses Gedicht

Jetzt macht sie sicher ein dummes Gesicht

(Ja. Du. Rieke in Bremen.

Solltest dich was schämen).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

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