Sieben in einer Reihe

 

Wir sind sieben in einer Reihe

wir schwingen synchron unsre Beine

Warum sag ich dir das? Bitte verzeihe

und zürne mir nicht weil ich weine

 

Ich bin nicht klug genug fürs Büro

und für das andre fehlt mir die Brust

aber tanzen kann ich mehr als eben so

das bereitet mir Freude und Lust

 

Die Herren klatschen laut in die Hände

und geben sich dabei vornehmlich

doch hat unser Tanz dann sein Ende

bin ich weiter nichts als gewöhnlich

 

Vornehmlich und vornehm ist nicht das Gleiche?

Ich bin immer dankbar wenn man mich korrigiert

Ich weiß dass ich dir schon bald nicht mehr reiche.

Doch heute wird jeder Champagner probiert.

 

Wir sind sieben in einer Reihe

und die Opas und Väter und Enkel

glotzen so gierig wie Haie

auf unsre parfümierten Schenkel

 

 

 

 

 Mephistos Gebet

 

Ach Herr du nennst mich bös und schlecht

und für die Menschen ungesund

dies ist gewiss dein gutes Recht

doch wisse auch dass dieser Mund

gar schonungslos die Wahrheit spricht

und ich nichts für die Folgen kann

du predigst gerne den Verzicht

ich tu den Menschen das nicht an

 

So ist es selbstverständlich nur

dass wer nicht strebt nach Mittelmaß

sondern von besserer Natur

sich schnell besinnt auf Lust und Spaß

und deshalb mir leicht zugetan

den Dingen tief geht auf den Grund

und sich nicht hält an deinen Plan

und nichts vernimmt von deiner Kund

 

Du machst die Menschen gerne klein

vertröstest sie auf morgen

bei mir dürfen sie einfach sein

vorhanden statt verborgen

Brauch keinen Diener, keinen Knecht

hab auch nichts zu verkünden

ich sag den Menschen nur : Seid echt

und lebt mit euren Sünden

 

Das Paradies wollen sie jetzt

nicht erst im nächsten Leben

das ist es was man an mir schätzt

Ich würd es ihnen geben

Deshalb bin ich auch so beliebt

hör bloß auf zu erzählen

dass es mein Angebot nur gibt

als Tausch für ihre Seelen

 

Ich bin ein Händler so wie du

wir beide konkurrieren

warum gibst du nicht einfach zu

auch du willst nur kassieren

Ich mach es einfach billiger

und auch viel mehr Reklame

das macht die Menschen williger

bin halt ein Markenname

 

 

 

 

 Ghostwriter

 

Für deine lieben Worte hab Dank

ich lege sie zu der Wäsche im Schrank

da liegen sie sicher und trocken

bei meinen Hemden und Socken

 

Und ich kann verstehen warum du mir schreibst

dass du mich zwar liebst aber trotzdem nicht bleibst

ich bin nicht so dumm wie ich manchmal schein

ich behalt nur mein Wissen gerne für mich allein

 

und an Tagen wie diesen fällt mir nichts besseres ein

als der Ghostwriter des Teufels zu sein

 

Ich kenn manches Herz das sich danach verzehrt

dass man es nicht aus eitlen Gründen begehrt

doch für jede Liebe die ich kenne gilt

Sie ist weiter nichts als mein Spiegelbild

 

und vielleicht fällt mir nie mehr etwas besseres ein

als der Ghostwriter des Teufels zu sein

 

 

 

 

 Nervöse Souffleuse

 

Da sitzt man der Kunst sehr zugetan

im Rang oder auch im Parkett

und wünschte sich dass die Julia

nicht grade heut Durchfall hätt‘

 

Zwar gibt es eine Vertretung

doch die verhaspelt sich schwer

und steht da mit rotem Kopf

als wenn sie ein Bratapfel wär

 

Das ließe sich wohl noch verschmerzen

denn es gibt einen tieferen Ort

wo jemand hockt und das Textbuch hält

und aushilft mit fehlendem Wort

 

Aber die nervöse Souffleuse

ist leider auch nicht vom Fach

noch gestern war sie Friseuse

und in Grammatik ganz schwach

 

Der Romeo zuckt mit den Schultern

sein Gegenüber bleibt stumm

so nimmt er vorweg den Schluss schon

und stöhnt: Gleich bring ich mich um

 

Julia solle dazu etwas sagen

so die Meinung im Publikum

doch sie bleibt wie im ganzen Akt schon

bratapfelrot und recht stumm

 

Das ließe sich wohl noch verschmerzen

denn es gibt einen tieferen Ort

wo jemand hockt und das Textbuch hält

und aushilft mit fehlendem Wort

 

Aber die nervöse Souffleuse

ist leider auch nicht vom Fach

noch gestern war sie Friseuse

und in Grammatik ganz schwach

 

Der Abend bleibt ein Fiasko

der Intendant verliert den Verstand

der Herr von der Presse notiert

„Äußerst extravagant“

 

Und der nervösen Souffleuse

ist jeder aus vollem Herz böse

dabei ist sie doch so eine Nette

und sagt: Ich bin gerne Souflette

 

 

 

 

 Speedy

 

Der Hof stinkt wie eine Kloake

die Japaner hocken auf dem Balkon

futtern Reis und trinken Sake

ab und an macht sich einer davon

Akito kann so bös schauen

als ob er zur Yakuza gehört

aber man kann ihm vertrauen

er ist auf seine Art ehrenwert

 

Er liefert preiswert und zuverlässig

er ist ein Meister auf seinem Gebiet

er ist nie laut oder gehässig

und Freunde haben bei ihm Kredit

 

Speedy, die Nacht ist ein buntes Gewitter

brennende Drachen tanzen über der Stadt

aber der Morgen schmeckt trostlos und bitter

ich hab diese billigen Ausreden satt

Speedy, du bist dabei dich zu killen

glaubst du ich seh mir das noch länger an

der Stoff, die Spritzen, die bunten Pillen

was denkst du wie lang ich dich noch auffangen kann

 

Suki kommt manchmal von gegenüber

damit ich ihr deutsche Geschichte erklär

und in manchen Momenten wäre mir lieber

sie wär mein Mädchen, dann wär‘s nicht so schwer

Sie sorgt sich um dich und macht dir Tee

und manchmal putzt sie dein Zimmer

ich seh ihr zu und es tut verdammt weh

denn es wird von Tag zu Tag schlimmer

 

Wie lange soll das noch so gehen

tu nicht so als wär das des Schicksals Lauf

du bist klug genug um zu verstehen

wenn du nicht aufhörst dann gehst du drauf

 

Speedy, die Nacht ist ein buntes Gewitter

brennende Drachen tanzen über der Stadt

aber der Morgen schmeckt trostlos und bitter

ich hab diese billigen Ausreden satt

Speedy, du bist dabei dich zu killen

glaubst du ich seh mir das noch länger an

der Stoff, die Spritzen, die bunten Pillen

was denkst du wie lang ich dich noch auffangen kann

 

 

 

 

 War es nicht?

 

War es nicht als liefen wir durch Träume

und die Welt ward nur für uns gemacht?

Wir lagen im Schutz vertrauter Bäume

und bewunderten der Sterne Pracht

 

War es nicht ein Staunen wie von Kindern

das uns unbeirrbar einst umgab?

Jeden Schmerz konnte die Liebe lindern

Liebe die ich heute nicht mehr hab

 

War es nicht als wär es ein Versprechen

dass man sich im Leben nie verlässt?

Ist es nicht als hielt ich dich selbst heute

immer noch in meinen Träumen fest?

 

 

 

 

 Höllenfeuer

 

Ich bin nicht objektiv genug

um über andere zu richten

denn es gibt Personen

da würde es sich lohnen

mich in der Hölle als Heizer zu verpflichten

 

 

 

 

 Der schweigende Mann

 

Das Herz ein Zug, dem Bahnhof längst entkommen.

Die Landschaft drum herum ein Flächenbrand.

Das Ziel, den Weg schon lang vorweggenommen

und im Gesichtsfeld nichts als dürres Land.

 

Ein Ort, zwei Menschen, keine Möglichkeiten.

Die Fahrt ein stetes Reißen an den Weichen.

Und vor dem Fenster ungenutzte Zeiten.

Der Fahrplan fort – kein Rastplatz zu erreichen.

 

Die Notbremse gezogen. Und kreischend hält der Zug.

Die Frau steigt aus und steht auf eignen Beinen.

Sie schafft sich neue Wege. Davon gibt es genug.

Dem Mann will dies nicht recht erscheinen.

 

Er schaut ihr nach. Sie floh auf halber Strecke.

Er würd ihr gern ihr Ticket noch mal zeigen.

Jedoch sie biegt schon um die nächste Ecke.

Ihm bleibt im leeren Zug allein sein Schweigen.

 

 

 

 

 An die Vorfahren

 

Ihr habt uns nicht viel hinterlassen

Und das wenige war auch noch schlecht

Nun müssen wir uns damit befassen

Aus dem Unrecht machtet ihr Recht

 

So stehen wir da mit den Schulden

Und der Rest der Welt starrt uns an

Dass sie uns überhaupt dulden

ist mehr als man hoffen kann

 

Ihr habt Wind geerntet und Sturm gesät

doch dem Wind ist das eine zu eigen:

Dass er sich oft unverhofft dreht

um seine Unberechenbarkeit zu zeigen

 

Ihr habt die Welt in Schutt und Asche gelegt

um dann verantwortungslos zu versterben

Die Bürde die jeder von uns heute trägt

macht uns schuldlos zu euren Erben

 

Zu lernen aus den Fehlern die ihr gemacht

bleibt uns Gottverdammten als Pflicht

Hattet ihr dieses Schicksal für uns erdacht?

Mit Sicherheit nicht

 

Zu lernen aus den Fehlern der Väter

war vielen Generationen schon Pflicht

Und doch wurden die Opfer zu Tätern

Man lernt nur eins: Die Menschheit lernt nicht

 

 

 

 

 Irgendwann schießen die Spatzen zurück

 

Sie säen nicht, sie ernten nicht

doch Gott ernährt sie auch

und ich geb unumwunden zu

das ist der Trost den ich grad brauch

 

Denn um mich hockt das Bauernvolk

und plant grad sehr solide

Der eine faselt was von Schrot

doch der Chor brüllt: Pestizide

 

Ich wünsche einen Guten Tag

doch ganz bestimmt kein Glück

Irgendwann, so hoffe ich,

schießen die Spatzen mal zurück

 

 

 

 

 Boxerweisheit

 

Der Trainer sprach zum Boxer:

Du brauchst dich nicht zu schämen

denn schon die Bibel weiß

Geben ist seliger als Nehmen

 

 

 

 

 

 Der Mensch schlechthin

 

Der Mensch muss alles übertreiben.

Das schlichte Sein ist ihm ein Graus.

Er möchte gleich Geschichte schreiben.

Und das geht meistens nicht gut aus.

 

Selbst die Natur will er besitzen.

Und selbstverständlich auch das All.

Will Kerben in die Sterne ritzen.

Was schert ihn schon der Sündenfall.

 

Er will sich über Gott erheben.

Und strebt nach der Unsterblichkeit.

Grad als gehöre ihm das Leben.

Er schwelgt in Unzufriedenheit.

 

Der Mensch muss alles übertreiben.

Doch ist bedeutungslos geblieben.

Mehr wird von ihm nicht übrig bleiben.

Er hat sich selber übertrieben.

 

 

 

 

 An einem Strand

 

Gemeinsam lauschend dem Wellenklang

gingen wir schweigend am Ufer entlang

und die Sterne tanzten wie schimmernde Glut

reflektierend auf der wogenden Flut

 

Treibgut - angespült und fortgerissen -

weckte in mir Sehnsucht nach dem Wissen

dass wir irgendwann an anderen Stränden

uns wiederfänden

 

 

 

 

 Seltsam ins Leben gestellt

 

Ich wurde etwas seltsam ins Leben gestellt

und mir kam wohl manches abhanden

wär ich ein Flugzeug in dieser Welt

- ich vergäße zu landen

 

 

 

 

 Der Liebe stille Stürme

 

Der Liebe stille Stürme

hast du in mir entfacht

die Worte die ich türme

sind stärker als die Nacht

 

Sind größer als wir beide

je waren, werden, sind

und wenn ich von dir scheide

dann legt sich auch der Wind

 

 

 

 

 Die lieben Nachbarn

 

Herr Schmidt wohnt in der zweiten Etage.

Und übt stundenlang Violine.

Es gibt einen Grund dass ich das ertrage.

Der wohnt im Dritten. Und ist seine Cousine.

 

Die ist mit der Querflöte vertraut.

Zudem kann sie auch geigen.

Besser als ihr Cousin. Und nicht so laut.

Aber das werde ich ihm verschweigen.

 

 

 

 

 Drei

 

Da stehen drei traurige Männer

am Imbiss und trinken Bier

Drei, sagt man, wäre immer einer zu viel

Ich geh dazu, jetzt sind wir vier

 

Dann können wir gemeinsam rätseln

in welche Zweiergruppen wir uns teilen

Zwei, die in Kürze nach Hause gehn

und zwei die glauben

die Welt lässt sich eh nicht mehr heilen

 

Der eine bekommt plötzlich Hunger

den nenne ich fortan Pommes-Fritz

der andere ist so traurig

der lacht selbst über solch einen Witz

 

Der dritte wird schließlich wütend

wirft die Bierflasche gegen die Wand

Das wird ihm vom Haushaltsgeld abgehn

wobei, ich muss erst einmal fragen,

erheben die hier auf die Flaschen überhaupt Pfand?

 

Eine Flasche ist nun also kaputt

bleiben genau noch sieben

drei sind aus Glas

vier haben keinen Spaß

Solche Nächte muss man einfach lieben

 

 

 

 

 Standrechtlich

 

Ich sitze in einem Verschlag

Halbnackt und angekettet

Heut ist der zwölfte Tag

Ich weiß dass mich niemand rettet

 

Wo sind meine Kameraden?

Ich bräuchte sie jetzt in der Not

Ich hab Schuld auf mich geladen

Es stinkt hier nach Pisse und Kot

 

Wenn sie bei Schlägen es doch nur beließen

Doch sie kümmert es nicht ob man weint

Schon bald werden sie mich erschießen

Der Grund: Feigheit vor dem Feind

 

Wenn dies mein Vater erführe

wüsste ich wohl was mir droht

Der ist wie die Offiziere

Der schlüge mich sofort tot

 

Und wäre er hier, er ginge

mit dem Kommando an die Gewehre

Mein Vater verzeiht viele Dinge

doch keinen Sohn ohne Ehre

 

 

 

 

 Zehn Minuten vorm Wunderland

 

Die Straße steht in Flammen

die kein Regen löschen kann

Du liegst schlafend auf dem Rücksitz

und der Tod lächelt dich an

 

Doch noch bin ich etwas schneller

auf dem Weg nach Lissabon

Er und ich wir wissen beide:

Heute fahr ich ihm davon

 

Du atmest flach, du atmest wenig

doch ich lass dich jetzt nicht gehn

weder Narr noch König

werden mir im Wege stehn

 

Wir sind zehn Minuten vorm Wunderland

sind dem Teufel davongerannt

gib nicht auf, ich halt deine Hand

Nur noch zehn Minuten zum Wunderland

 

Die Strasse endet plötzlich

alle Lichter gehen aus

doch ich brauche keinen Kompass

Baby, ich bring uns nach Haus

 

Und der Tod ist angepisst

weil ich einen Vorsprung hab

Heute nimmt er dich nicht mit

in ein feuchtes kaltes Grab

 

Du atmest flach, du atmest wenig

doch ich lass dich jetzt nicht gehn

weder Narr noch König

werden mir im Wege stehn

 

Wir sind zehn Minuten vorm Wunderland

sind dem Teufel davongerannt

gib nicht auf, ich halt deine Hand

Nur noch zehn Minuten zum Wunderland

 

 

 

 

 Vorweihnacht

 

Aus den Wolken trudeln müde die Sekunden

auf dem Gehsteig tobt ein Krieg im Kleinformat

Menschen haben sich im Schutz der Nacht gefunden

ihre Schritte auf dem Asphalt klingen hart

Und die Engel hinter Glas sind nur aus Pappe

weiter nichts als einfach nur Dekoration

nur ein schlechter Film - schon fällt die letzte Klappe

und die Züge quälen sich zur Endstation

 

Zimtverseuchte Düfte die wie Bombenpilze steigen

kleben in den Tannenzweigen die sich erdwärts neigen

und im Meer von tausend Kerzen

sind die Ängste und die Schmerzen

wie ein Spiegelbild der Welt und der Rest ist Schweigen

 

Maria ging für alle Zeit im Dornenwald verloren

ihr Kind bleibt ungeboren

wir werden nicht erlöst, errettet und getröstet sein

- wir sind allein

 

 

 

 

 Die Verwirrten

 

Still sitzen sie auf den Bänken.

Und hören den Vögeln zu.

Keiner weiß was sie denken.

Niemand jedoch gibt das zu.

 

Im Park da lässt man sie wandeln.

Doch jemand ist immer dabei.

Solche muss niemand behandeln.

Sie sind genügsam und frei.

 

Man nennt sie die Verwirrten.

Die man nicht entlassen kann.

Wenn aber die Ärzte sich irrten:

Was dann?

 

 

 

 

 Schaumstoff

 

Der Mann hinter der Glaswand

ähnelt einem Reptil

sie haben viele Fragen

doch er bestimmt das Spiel

Von Wölfen und von Lämmern

erzählt er heut nichts mehr

sein Blick trinkt grad die Nacht aus

er atmet tief und schwer

 

Er flüstert in die Stille:

Ich mag wenn sie mich hassen

und es gibt 50 Arten

den Körper zu verlassen

 

Für mich war es nur Schaumstoff

ihr Blick war viel zu jung

doch Tiger und Gazelle

vereinten sich im Sprung

Ihr neidet mir das Wissen

und sehnt euch nach der Macht

ich fand den goldenen Schlüssel

zum Schattenspiel der Nacht

 

Der Mann hinter der Glaswand

zeigt auf das Mikrofon

Ihr fangt den Klang von Stimmen

und hört doch keinen Ton

Die Wahrheit liegt im Schweigen

es spricht kein Gott zu mir

ich bin nicht wie ihr denkt

ich bin genau wie ihr

 

Er flüstert in die Stille:

Ich mag wenn sie mich hassen

und es gibt 50 Arten

den Körper zu verlassen

 

Für mich war es nur Schaumstoff

ihr Blick war viel zu jung

doch Tiger und Gazelle

vereinten sich im Sprung

Ihr neidet mir das Wissen

und sehnt euch nach der Macht

ich fand den goldenen Schlüssel

zum Schattenspiel der Nacht

 

 

 

 

 Stolzer als die Sterne

 

Stolzer als die Sterne

schreitest du dahin

auf all jenen Wegen

die auch ich gegangen bin

 

Was man dabei lernt

wenn die Zeit verrinnt

ist vor allem das:

Zu viel Stolz macht blind

 

 

 

 

 Heimwärts am Wochenende

 

Die Woche ist vorüber.

Und man ist knapp bei Kasse.

Daheim wär man jetzt lieber.

So bucht man Zweite Klasse.

 

Packt seine sieben Sachen.

Sind es auch nur knapp vier.

Noch einmal Durchzug machen.

Dann nichts wie weg von hier.

 

Am Bahnhof herrscht Gedränge.

So dass man flucht und schwitzt.

Man kämpft sich durch die Menge.

Und hofft dass man bald sitzt.

 

Doch leider muss man stehen.

Und das drei Stunden lang.

Man sollte es wohl so sehen:

Stehen macht keinen krank.

 

Der Rucksack schmerzt am Rücken.

Ein Kind nörgelt enthemmt.

Kein Platz sich zu verdrücken.

Und auch das Fenster klemmt.

 

Am Zielort stehen die Brüder.

Mutter und Vater auch.

Man kommt stets gerne wieder.

Meistens mit leerem Bauch.

 

Daheim wartet der Braten.

Und auch das Kinderzimmer.

Man kann es kaum erwarten.

So war’s und bleibt’s für immer.

 

 

 

 

 Mit einer Flasche am Ufer im Mai

 

Krank quält sich der Rauch zum Himmel

schwarzer Husten der Fabrik

kräuselt sich und stürzt ins Nasse

bleiern schmeckt des Fortschritts Sieg

 

Enten drehen Eiterhälse

kollidiern mit totem Fisch

Pseudo-Krupp verfolgt die Kinder

Danke - ich verpisse mich

 

Geigerzähler tanzen Techno

Kühe mampfen Leuchtegras

und die Radioaktivisten

wünschen blechern Seuchenspaß

 

Mit einer Flasche am Ufer im Mai

wink ich das Leben vorbei

trinke mich müde und heule mich blind

mit den sterbenden Schwänen im Wind

 

Frösche blähen Pockenbäuche

in der warmen Morgenglut

knallen, platzen und verspritzen

Sumpfgas, Methanol und Blut

 

Unbehelligt schrumpft das Leben

ätzend fließt der braune Schleim

die Natur wird unnatürlich

geht den Menschen auf den Leim

 

Mit einer Flasche am Ufer im Mai

wink ich das Leben vorbei

trinke mich müde und heule mich blind

mit den sterbenden Schwänen im Wind

 

 

 

 

 Ich hab mir Menschen ausgedacht

 

Ich hab mir Menschen ausgedacht

Menschen mit Fehlern und Launen

Ich hab sie so menschlich gemacht

da kann man nur staunen

 

Große und Kleine

Schlanke und Dicke

Es sind alles meine

die ich da erblicke

 

Kluge und Dumme

Männer und Frauen

Schwätzer und Stumme

Alle schön anzuschauen

 

Menschen mit Problemen

die sich abgrundtief schämen

und Frohnaturen

die eifrig zechen und huren

 

Ich hab mir Menschen ausgedacht

Menschen mit Stärken und Schwächen

Ich hab sie so menschlich gemacht

sie können träumen und sprechen

 

Ich hab mir Menschen ausgedacht

doch mehr als ihnen Leben zu schenken

hat es mir Freude gemacht

sie wieder wegzudenken

 

 

 

 

 Früher hast du nie (sagt er)

 

Dass sie sich heut treffen

muss ein Zufall sein

er will etwas sagen

viel fällt ihm nicht ein

 

Früher hast du nie sagt er

die Haare kurz getragen

früher hast du nie sagt er

ein Küsschen abgeschlagen

Früher hast du nie sagt er

ein gutes Buch gelesen

früher bist du nie sagt er

zu mir so kalt gewesen

 

Früher hast du nie sagt er

früher hast du nie

früher hast du nie sagt er

nein ganz sicher nicht

 

Früher hast du nie sagt er

zum Essen Wein bestellt

früher hast du nie sagt er

getan was dir gefällt

Früher hast du nie sagt er

die Nägel dir lackiert

früher warst du nie sagt er

an mir nicht interessiert

 

Dass sie sich heut trafen

macht nicht sehr viel Sinn

er redet wie immer

sie hört nicht mehr hin

 

Früher hast du nie sagt er

früher hast du nie

früher hast du nie sagt er

nein ganz sicher nicht

 

Früher hast du nie sagt er

doch da hat sie gelacht

Früher hast du nie sagt sie

über mich nachgedacht

 

 

 

 

 Bücken

 

Wann endlich lernst du es dich tief zu bücken?

Der größte Teil der Menschheit wurd dafür gemacht

Am Anfang zieht es noch etwas im Rücken

Du musst halt üben, was hast du gedacht ?

 

Es ist wie Sport und es braucht nur Gewöhnung

Und mit der Zeit erkennt man auch den Sinn

Dann feiern Leib und Kopf freudig Versöhnung

und man bekommt das Bücken sehr leicht hin

 

Du solltest dabei auch niemals vergessen:

In Deutschland wurd das Bücken kultiviert

An dieser Kunst lässt sich das Volk gern messen

dabei ist es ganz gleich wer grad regiert

 

Und bringst du es zur Perfektion im Bücken

- du bist dann sozusagen fortgeschritten -

dann wird es dich befriedigend entzücken

und du verlangst nach immer neuen Tritten

 

Dann braucht es Ducken noch und Leisetreten

den lieben langen Tag von früh bis spät

dann bist du hier geduldet und erbeten

ein Deutscher halt wie er im Buche steh

 

 

 

 

 Die Blumenverkäuferin

 

Sie steht zwischen Stadtbahn und Netto

gegenüber von der Synagoge

hat manch guten Ratschlag in petto

Oft hält sie auch nur Monologe

 

Sie berät die hilflosen Frauen

wie den flatterhaften Galan

auf ihr Urteil kann man vertrauen

und nichts wirft sie aus der Bahn

 

Sie hat zwei Männer begraben

Keine Kränze sind je schöner gelungen.

Im Krieg verlor sie ihren Knaben.

Sie sieht ihn oft in anderen Jungen.

 

Sie rät den Männern zu Rosen.

Nichts anderes wollen die nämlich.

Den Frauen rät sie zu Mimosen.

Denn die sind den Männern recht ähnlich.

 

Doch ganz gleich nun ob Tulpen, ob Nelken

und egal wie oft sie zu ihnen spricht

Sie weiß dass alle Blumen verwelken

Von den Träumen weiß man das nicht

 

 

 

 

 Ich hätte dir so gerne

 

Ich hätte dir so gerne....

nur einmal...

und noch mal…

ich weiß nicht..

wer weiß schon...

und überhaupt wieso

 

Vielleicht lieber doch nicht…

nicht heute...

warum nicht…

ich weiß nicht…

das läuft uns ja nicht weg…

 

Ich könnte vielleicht ja…

ein bisschen…

ich weiß nicht…

ach soll ich…

oder lieber nicht...

 

Ich hätte dir so gerne...

nur etwas…

du weißt schon…

oder vielleicht nicht…

 

Ich glaube ich lass es…

du denkst sonst…

ich wäre...

ach was weiß denn ich...

 

Ich könnte dich ständig…

doch heute

da denk ich

ich sollte lieber nicht

Ach ich glaub ich will doch

 

 

 

 

 Diven

 

Mit Diven ist es wie mit Oliven

Mancher kann sie vertragen

Mir liegen sie schwer im Magen

 

 

 

 

 Als ich dir Gras und Erde gab

 

Ich hab den Platz gefunden

wo unser Haus bald stehen wird

hab stumm den Himmel angesehn

und wusste ich hab nicht geirrt

Die Berge hoch - die Täler grün

und in der Ferne rauscht das Meer

ich hab mein Leben lang gespürt

ich komme irgendwann hierher

 

Ich gab dir Lehm und Wasser

ich gab dir Holz und Stein

und da hast du gewusst

dies Haus wird unsre Heimat sein

 

Ein festes Dach als Schutz

vor Sturm und Schnee und Regen

ein warmes Feuer im Kamin

und dann noch Gottes Segen

Die Tür jedoch laß offen

selbst wenn es stürmt und schneit

der Gast den ich erwarte

weiß dann: Ich bin bereit

 

Ich gab dir Lehm und Wasser

ich gab dir Holz und Stein

und da hast du gewusst

dies Haus wird unsre Heimat sein

 

Und als ich dir Gras und Erde gab

hast du gewusst: Dies wird mein Grab

 

 

 

 

 Höhere Töchter

 

Sie wissen nur selten Kluges zu sagen

dafür jedoch sind sie wohl parfümiert

und gewohnt die dünnsten Kleidchen zu tragen

ohne zu klagen dass man in ihnen friert

 

In ihren Augen ist immer Silvester

sie funkeln und leuchten das ganze Jahr

und sie binden sich mal leichter mal fester

goldene Bändchen ins duftende Haar

 

Höhere Töchter haben keine Tiefen

ihnen fiel im Leben alles zu leicht

Prinzessinnen die auf rosa Wolken einschliefen

unendlich behütet und bodenlos seicht

 

Ihre zarten Finger sind stets in Bewegung

trotzdem wird man von ihnen höchst selten bewegt

sie tun sich zu schwer mit der leichtesten Regung

sie würden selbst noch lächeln wenn man sie erschlägt

 

Ihr Lebenszweck besteht im Gefallen

sie fügen sich artig manch lästiger Pflicht

selbst wenn wilde Gefühle rings um sie wallen

ihre Contenance verlieren sie nicht

 

Höhere Töchter haben keine Tiefen

ihnen fiel im Leben alles zu leicht

Prinzessinnen die auf rosa Wolken einschliefen

unendlich behütet und bodenlos seicht

 

Sie schmeicheln dem Auge doch spotten der Liebe

sie taugen für Träume, nicht für den Altar

ohne eigenen Willen und innere Triebe

sind sie nur schön aber sie sind nicht wahr

 

Höhere Töchter haben keine Tiefen

ihnen fiel im Leben alles zu leicht

Prinzessinnen die auf rosa Wolken einschliefen

unendlich behütet und bodenlos seicht

 

 

 

 

 14. März

 

Es liegt das Land wie hingeträumt

und später dann vergessen

Der letzte Schnee wurd fortgeräumt

nun liegt dort Müll stattdessen

 

Den Schwänen ist das Brot zu hart

am liebsten würfen sie’s zurück

aber das ist nicht ihre Art

Da denkt man sich: Zum Glück

 

Vor einer Kirche wird geflennt

beim Anblick einer stolzen Braut

vielleicht weil mancher grad erkennt:

Ach, hätt ich mich doch auch getraut

 

Ein Flieger sieht die Welt von oben

und ist berauscht von ihrer Pracht

Manches lässt sich wunderbar loben

hat man sich weit davon gemacht

 

Ich würde gern der Flieger sein

die Welt mit seinen Augen sehen

Sie wäre schön, sie wäre klein

und mir könnte kein Leid geschehen

 

Denn ich würd mich von ihr entfernen

und wenn die Bilder erst verblassen

würd ich im Angesicht von Sternen

die Welt ganz einfach Welt sein lassen

 

 

 

 

 Traurige Gedanken

 

Traurige Gedanken lungern durch die Straßen

suchen einen Nachtclub oder ein Klavier

hatten mal ein Ziel, das sie jedoch vergaßen

und so klopfen sie einfach an meine Tür

 

Sie verlangen einen Drink

und auch noch was zu Rauchen

ich flüster verlegen:

„Ich kann euch nicht brauchen“

doch das kümmert sie nicht wirklich

denn sie wissen nicht wohin

und nerven mich so lange

bis ich traurig bin

 

Traurige Gedanken

nimm dich bloß in Acht

wenn sie dich belästigen

grade in der Nacht

Sie sind sogar der Meinung

du müsstest dich bedanken

für ihre Gegenwart

traurige Gedanken

 

Traurige Gedanken sitzen auf der Parkbank

lesen Schnulzen und mampfen Mon Cherie

sie sehen so aus als wären sie stark krank

oder litten an Melancholie

 

Sie fallen müd auf’s Sofa

oder gleich ins Bett

ich flüster verärgert:

„Ihr seid gar nicht nett“

doch das schert sie nicht ein bisschen

übles Lumpenpack

aus lauter Langeweile

gehen sie mir auf den Sack

 

Traurige Gedanken

nimm dich bloß in Acht

wenn sie dich belästigen

grade in der Nacht

Sie sind sogar der Meinung

du müsstest dich bedanken

für ihre Gegenwart

traurige Gedanken

 

 

 

 

 Zorn

 

Sag mir, was ist das für ein Land

wo Menschen grad noch existieren

vom Betteln und vom Flaschenpfand

und nachts auf einem Bahnhof frieren

Ich seh wie sie den Müll durchwühlen

ihr Leben nur noch eine Bürde

ich frag mich was sie dabei fühlen

hat nicht jeder ein Recht auf Würde

 

Wir sind im Aufschwung sagen alle

doch ich fühl mich als ob ich falle

wir sind nicht Gottes Gnade wert

er richtet uns durch Gideons Schwert

 

Es ist nur Zorn der bleibt

Zorn der mich vorwärts treibt

Zorn der sich nicht verstellt

ich sprüh ihn wie Agent Orange

auf die Mauern meiner Welt

 

Sag mir, was ist das für ein Land

in dem die Gierigen regieren

ein Land so fest in Feindeshand

wieder bereit sich zu verlieren

Wir werden Tag für Tag für Tag bestohlen

wir fügen uns und bleiben stumm

Geschichte kann sich wiederholen

und unser Schweigen bringt uns um

 

Wir sind im Aufschwung sagen alle

doch ich fühl mich als ob ich falle

wir sind nicht Gottes Gnade wert

er richtet uns durch Gideons Schwert

 

Es ist nur Zorn der bleibt

Zorn der mich vorwärts treibt

Zorn der sich nicht verstellt

ich sprüh ihn wie Agent Orange

auf die Mauern meiner Welt

 

 

 

 

 In den Wolken deiner Seele

 

In den Wolken deiner Seele

spielt ein Gnom auf dem Klavier

er wirft Messer nach der Sonne

und ist traurig wegen dir

 

weil dein Blick ihn nicht beachtet

weil dein Herz ihn nicht erkennt

obwohl euch viel mehr verbindet

als euch trennt

 

Und er spielt mit wunden Fingern

Symphonien ein Leben lang

doch du willst nicht seine Liebe

- nur den Klang

 

 

 

 

 Urgroßeltern

 

Ihr kommt stets mit Schokolade.

Eure Haut ist faltig und weich.

Wir stehen wie bei einer Parade.

Und beschenken euch damit reich.

 

Denn euch ging so vieles verloren.

Mancher große Traum wurde klein.

Vielleicht wurden wir nur geboren

um eure Erlösung zu sein.

 

Gekämmt, geputzt und gestriegelt.

Freundlich und unerfahren.

So wurde manch Schicksal besiegelt

damals in den grausamen Jahren.

 

Habt ihr eure Kinder behütet?

Habt ihr sie dem Führer verwehrt?

Ihr fühlt euch durch uns vergütet?

Ihr seid unsre Liebe nicht wert.

 

Ihr kommt mit Schokolade

um die Stammbücher neu zu schreiben.

Dafür sind wir uns zu schade.

Im Hals soll sie euch steckenbleiben.

 

 

 

 

 Lilien

 

Es ist kein Zufall, Bro

Was hast du dir dabei gedacht?

Sie waren bei mir im Büro

und das Haus wird überwacht

Du sollst dich nicht entschuldigen

sie wollen nur ihr Geld

Du weißt wie schnell ein Kopf rollt

wenn die Münze erst mal fällt

 

Sie wissen wo dein Wagen parkt

Sie kennen auch Maria schon

und alles was ich sonst noch weiß

sag ich dir nicht am Telefon

 

Es werden Lilien sein

es werden immer Lilien sein

und nur ein Name bleibt von dir

auf einem kalten Stein

 

Es ist kein Zufall, Bro

und du ziehst uns damit hinein

Dachtest du, damit kommst du durch?

So dumm kann man nicht sein

Alles hat Konsequenzen

Was geschieht ist deine Schuld

Diese Männer haben eines nicht

und das ist – wie du weißt – Geduld

 

Sie wissen wo dein Wagen parkt

Sie kennen auch Maria schon

und alles was ich sonst noch weiß

sag ich dir nicht am Telefon

 

Es werden Lilien sein

es werden immer Lilien sein

und nur ein Name bleibt von dir

auf einem kalten Stein

 

 

 

 

 IBAN, BIC und Tan und Pin

IBAN, BIC und Tan und Pin

gehn mir nicht mehr aus dem Sinn

was mein Leben schwerer macht

Ich sag oft beim Liebesakt:

Fünf-Null-Sieben-Sechs-Drei-Acht

 

 

 

 

 Eins von deinen Blättern

 

Die Streifenhörnchen hinter dicken Schilden

regeln die Meinung und auch den Verkehr

dies ist kein Platz um sich weit fortzubilden

ein jeder Lufthauch schreit nach Gegenwehr

 

Ich möchte hier nur durch, ich will nicht bleiben

ich trage keine Waffen, keinen Stein

will meinen Namen nicht auf Listen schreiben

ich will nur pünktlich auf der Arbeit sein

 

Doch du stehst da mit deinen jungen Jahren

und einem Batzen Blätter in der Hand

ich will von deren Inhalt nichts erfahren

ich leb nicht wirklich schlecht in diesem Land

 

Auch die Parolen die hier alle flöten

wollen mir nichts sagen, ich will einfach fort

der Asphalt ist schon langsam am Erröten

dies ist nicht rechte Zeit, nicht rechter Ort

 

Als dann ein Schlagstock deinen Schädel spaltet

und jeder sagt du wärst selbst schuld gewesen

hab ich eins von den Blättern schnell gefaltet

und ich verspreche dir: Ich werd es lesen

 

 

 

 

 Asche im Tee

 

Wir sitzen hier in deutlicher Abwehr

verkrampft bis zum Kopf hoch und meiden das Licht

die Worte die unsere Lippen verlassen

verdampfen uns sofort im Gesicht

 

Du zerknüllst unbewusst die Serviette

ich zermalme die Kekse so klein ich nur kann

und wir sehn uns nur über den Umweg

im Glas der dreckigen Scheibe an

 

Die Asche im Tee schwamm auch schon mal besser

und wir waren jünger beim letzten Mal

damals gab es hier wenigstens saubere Messer

doch wir sind nicht hungrig – also ist es egal

 

Wir sitzen hier und scheuen den Erstschlag

Waren die Stühle schon damals so tief?

Vielleicht sollten wir es einfach verschieben

und schicken uns stattdessen lieber einen Brief

 

Der Kellner will sicher heut auch noch nach Hause

und in einer Stunde fährt der letzte Bus

ich zahle die Rechnung – du holst meinen Mantel

wir machen einfach ein andres Mal Schluss

 

 

 

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