Mit keinem Bein im Leben

 

Einer

der mit keinem Bein

im Leben steht

ist womöglich

einer

der nicht mehr

aus deinem Leben geht

 

 

 

 

 Hitzeflecken

 

Es fließt das Bier in Strömen

in der warmen Sommernacht

Das Leben ist heut Open Air

und das Bett ist schon gemacht

Muss sich nur jemand finden

um auf mir zu liegen

und auf der Großbildleinwand

sieht man Südkorea siegen

 

Der Sommer ist sympathisch

die meisten Menschen nicht

ich habe fast vergessen

wie man mit ihnen spricht

 

Hitzeflecken auf der Haut

kann niemand wirklich leiden

trotzdem scheut man sich davor

sie einfach rauszuschneiden

 

Die Stadt liegt halb im Koma

man bläst zur Großwildjagd

und was sich nicht erlegen lässt

wird kurzerhand vertagt

Man muss nur daran glauben

dass man nicht gewinnen kann

und schon geht man die Dinge

gleich viel entspannter an

 

Der Sommer ist euphorisch

die meisten Menschen auch

und ich bin recht zufrieden

weil ich sie nicht wirklich brauch

 

Hitzeflecken auf der Haut

kann niemand wirklich leiden

trotzdem scheut man sich davor

sie einfach rauszuschneiden

 

 

 

 

 Ist Sterben immer so?

 

Er liegt nur da und starrt auf die Wände.

Er liegt da so seit Monaten schon.

Er wartet dort nur auf sein eigenes Ende.

Es kommt kein Besuch. Nicht einmal sein Sohn.

 

Da sind Frauen die ihn pflegen und waschen.

und die Nasen rümpfen wenn er mal scheißt.

Es würde ihn, weiß Gott, überraschen

wüsste auch nur eine wie er mit Vornamen heißt.

 

An seiner Tür steht einfach „Herr Meier“.

Er ist den Schwestern deshalb nicht bös.

Sein Alltag ist nichts als die gleiche Leier.

Drei Mahlzeiten am Tag. Intravenös.

 

Er hat seinen Frieden mit Gott gemacht.

Gibt es am Ende vom Tunnel ein Licht?

Oder ist dort nur die ewige Nacht?

Ist Sterben immer so? Er weiß es nicht.

 

 

 

 

 Der Schuhputzer

 

Ich bin nicht mehr da.

Von der Geschichte vergessen.

Das geht keinem nah.

Hab ich auch nichts zu fressen.

 

Da ist ein schwarzes Loch.

Das war niemals mein Wille.

Vielleicht tauge ich noch

für Brecht oder Zille.

 

Ob die mich entlohnen?

Ich weiß es nicht.

Man zahlt wohl, so wie die wohnen,

wenig für ein Gedicht.

 

 

 

 

 Strafe

 

Du hast die Hände auf den Herd gelegt

und einen schlimmen Schmerz gespürt

die Hände, die mich so bewegt

die mich gestreichelt, mich berührt

 

und hast die Lippen zart und rot

gar blutig dir gebissen

als sollten bis zu deinem Tod

sie mich nur nie mehr küssen

 

So sage mir nun frei heraus

wo du so feig der Liebe fliehst

stichst du dir auch die Augen aus

damit du mich bloß nie mehr siehst?

 

 

 

 

 Die Jahre vergehen wie im Flug

 

Im ICE zwischen Hamburg und Stade

ein junger unauffälliger Mann

im Nichtraucherabteil – er isst Schokolade

und schaut sich die Landschaft dann und wann an

 

Dort draußen schneit es Rosen und Kühe

denn dies ist sein höchstpersönlicher Traum

er weiß das Erwachen lohnt nicht die Mühe

er spricht mit sich selbst und atmet kaum

 

In seinem Ohr klingt es italienisch

doch die Batterien sind beinah leer

er versteht von der Sprache weiterhin wenig

und den Walkman mag er ohnehin längst nicht mehr

 

Er schreibt mit dem Finger ein kurzes Gedicht

auf das beschlagene Fensterglas

mehr als zehn Zeilen sind es sicher nicht

dafür ist die Scheibe zu glatt und zu nass

 

Die Jahre vergehen wie im Flug

an einem Tag wie heute

sie sind immer zu kurz und es gibt nicht genug

Orte darin und Leute

 

Draußen bilden sich endlose Reihen

aus Gebäuden, aus Menschen, aus Bäumen

und er zwingt sich verzweifelt nicht aufzuschreien

bei der Erkenntnis fremde Gedanken zu träumen

 

Autos tanzen auf schwarzen Gewässern

ihr Scheinwerferlicht wird vom Regen verschluckt

es gäbe viel zu verändern, viel zu verbessern

doch die Zeit ist nur ein Nebenprodukt

 

Die Wolken kommen dem Zug immer näher

die Landschaft schwankt zwischen ocker und braun

und er weiß genau später oder eher

kann er seinen Gefühlen auch nicht mehr traun

 

Er lehnt sich zurück und zählt die Blitze

dann schläft er mit offenen Augen ein

der Regen besiegt am Ende die Hitze

und in seinem Traum stirbt er allein

 

Die Jahre vergehen wie im Flug

an einem Tag wie heute

sie sind immer zu kurz und es gibt nicht genug

Orte darin und Leute

 

 

 

 

 Das dritte Feld

 

Der Friedhof hinter der Kapelle

sehr ehrwürdig und gut gepflegt

ein Ort an dem man seine Liebsten

zur allerletzten Ruhe legt

mit dem Gefühl sie finden Frieden

auf diesem weiten, lichten Feld

ein guter Ort für ihre Reise

in eine andre, bessre Welt

 

Hinter dem Friedhof liegt ein Feld

da werden die begraben

die nicht im Ort verwurzelt sind

die keine Heimat haben

Die Särge ohne Schmuck und Zier

die Leichentücher schlicht

sie bleiben die Vergessenen

von denen niemand spricht

 

Im dritten Feld jedoch dahinter

da ist die Erde ungeweiht

da harren jene armen Seelen

denen die Kirche nicht verzeiht

dass sie sich selbst das Leben nahmen

so dass man sie posthum verstieß

man gab sie der Verdammnis preis

sie kommen nie ins Paradies

 

Ich war dabei als man dich dort

der feuchten Erde übergab

ein Teil von mir verstarb mit dir

und heut steh ich an deinem Grab

ein Hügel zwischen wildern Gräsern

ganz ohne Kreuz und ohne Stein

wie kann eines von Gottes Kindern

nur ohne seinen Segen sein?

 

 

 

 

 Der Herbst

 

Der Herbst vermag den Dichter zu erfreuen

führt er doch schnurstracks in die Depression

den Müßiggang des Sommer kurz bereuen

den Stift gespitzt, die Worte purzeln schon

 

Man muss nicht mehr an Badestätten weilen

und fetten Weibern auf die Ärsche sehn

man darf im Kämmerlein an Versen feilen

nur Müll raustragen muss man manchmal gehn

 

Wenn andere sich bitterlich beklagen

ob Wind und Wetter oder fallend Laub

möchte man ihnen beinah tröstend sagen:

Wie ihr wird alles andere zu Staub

 

Der Herbst vermag den Dichter zu erfreuen

die Finsternis ist ihm das Elixier

das Sonnenlicht jedoch möge er scheuen

das überlässt er kurzerhand dann dir

 

 

 

 

 Wachkoma

 

Ich bin ins Wachkoma gefallen

Niemand bekam es mit

Früher erkannte man Zombies

noch leicht an ihrem Schritt

 

Heut könnte das auch Techno sein

wenn jemand ruckt und zuckt

Man macht sich erst dann Gedanken

wenn er Gedärme spuckt

 

Ob fremde oder die eigenen

sei mal dahingestellt

Es gibt viel zu viel Zombies

für viel zu wenig Welt

 

Ich bin ins Wachkoma gefallen

und betrachtet man es rein faktisch

hat sich rein gar nichts geändert

Wirklich praktisch

 

 

 

 

 Geiseln

 

Sie finden ihn durchweg sympathisch

bis auf das Maschinengewehr

denn er hat so einen nervösen Tick

und schwingt das Teil hin und her

 

Er sieht beinahe wie Al Pacino aus

in seinen besten Jahren

vielleicht eine Spur zu blass im Gesicht

und mit etwas längeren Haaren

 

Er hat ihnen ja glaubhaft versichert

dass er ihnen nichts tut

und wenn er erst seinen Wagen bekommt

wird für ihn und für sie alles gut

 

Geiseln zeigen oft artfremdes Benehmen

doch dafür muss sich niemand schämen

denn es liegt doch klar auf der Hand

das Stockholm-Syndrom ist auch ihnen bekannt

 

Die Scharfschützen bestellen sich Kaffee

Der wärmt von innen und er hält wach

Denn es herrscht gottverdammte Kälte

und zugig ist es auch auf dem Dach

 

Das Männchen am Megafon quatscht eifrig Arien

In der Einsatzzentrale wird recherchiert

Hat der Kerl eine Mutter oder eine Freundin

die ihm zureden kann dass er kapituliert?

 

Die Fernsehtante prüft im Spiegel ihr Make-up

und posaunt lächelnd hinaus in die Welt:

„Wie wir aus sicherer Quelle wissen

hat er Pizza und Cola für alle bestellt“

 

Geiseln zeigen oft artfremdes Benehmen

doch dafür muss sich niemand schämen

denn es liegt doch klar auf der Hand

das Stockholm-Syndrom ist auch ihnen bekannt

 

Nun also wird die Pizza geliefert

Zehnmal Salami und einmal vegetarisch

Als Austausch soll eine Geisel nach draußen

doch die sind plötzlich so verflucht solidarisch

 

Sie wollen den netten Mann nicht verlassen

und auch nicht ihre Leidensgenossen

Am Ende muss schließlich das Los entscheiden

und es werden bittere Tränen vergossen

 

Man umarmt sich, man küsst sich

und beim Blick zurück

haucht die Sekretärin:

„Ich wünsch Ihnen Glück“

 

Geiseln zeigen oft artfremdes Benehmen

doch dafür muss sich niemand schämen

denn es liegt doch klar auf der Hand

das Stockholm-Syndrom ist auch ihnen bekannt

 

Es sind achtundvierzig Stunden vergangen

und die Lage wird immer schräger

denn hinter der Absperrung prügeln sich

die Filmproduzenten und die Verleger

 

Es wurd keine Mutter, keine Freundin gefunden

Auch keine Katze und auch kein Hund

In der Tagesschau brilliert ein Psychologe:

„Ich würde sagen, der ist nicht gesund“

 

Der Bürgermeister ist ein glücklicher Mensch

Er kann seinen großen Auftritt genießen

klettert auf einen Panzerwagen

und brüllt: „Stürmen und alle erschießen!“

 

Die Geschichte hat kein trauriges Ende

Alle verlassen lebend das Haus

Der Geiselnehmer hat sich da drinnen verlobt

Na ja, sieht man wie Al Pacino aus….

 

 

 

 

 Gedanken im Hotel

 

Ich kam kurz vor acht.

Und buchte mit Visa.

Bleib nur über Nacht.

Wieder mit Lisa.

 

Sie kommt um zehn.

Weil sie früher nicht kann.

Und muss zeitig gehn.

Wegen ihrem Mann.

 

Muss ihm Frühstück machen.

Er kommt von der Schicht.

Sagt oft seltsame Sachen.

Doch von uns weiß er nicht.

 

Würde er es genießen

und empfände gar nichts dabei

jemanden zu erschießen?

Doch wen von uns drei?

 

 

 

 

 Ein Tag

 

Der Wecker gähnt für einen neuen Morgen.

Man schüttelt Kaffeepulver aus der Dose.

Gern würde man sich noch ein Stündchen borgen.

Und klettert schlechtgelaunt in seine Hose.

 

Im Radio schlägt das Wetter Kapriolen.

Man kämpft mit Unlust und mit der Frisur.

Wie immer wird man von der Zeit bestohlen.

Wie jeden Morgen siegt dann doch die Uhr.

 

Man eilt zum Bahnhof nur um zu erfahren:

Es fährt voraussichtlich heute kein Zug

weil sich Opposums auf den Schienen paaren.

Ausreden hat die S-Bahn stets genug.

 

Verspätet um fast eine ganze Stunde

erreicht man schließlich dennoch das Gericht

und vernimmt schon am Eingang dann die Kunde:

Die PC’s laufen mal wieder nicht.

 

Es stapeln sich die Akten Richtung Decke.

Man starrt frustriert auf das Kalenderblatt.

Der Tag kriecht langsamer als eine Schnecke.

Und schon am Mittag ist man völlig platt.

 

Der Nahverkehr macht auch nachmittags Pause.

Diesmal sind wohl die Sonnenflecken schuld.

Wer klug ist bleibt sein Leben lang zu Hause.

Wer nicht klug ist braucht Ruhe und Geduld

 

 

 

 

 Von Brixton nach Luton

 

Von Brixton nach Luton

geht’s leichter als man denkt

sofern man ein paar Regeln

dabei Beachtung schenkt

 

In England fährt nicht nur

der offensichtlich Breite

sondern tatsächlich jeder

auf der falschen Seite

 

Man bremse zwar für Hasen

doch nicht für Straßenräuber

erst recht nicht wenn die aussehn

wie Seehofer und Stoiber

 

Man achte auf sein Limit

und auf das Tempo auch

fahre mit klarem Kopfe

doch nicht mit leerem Bauch

 

Ganz gleich ob nun Beifahrer

oder Beifahrerin

ein Beischlaf ist auf jeden Fall

während der Fahrt nicht drin

 

Beachtet man die Regeln

und hat ein wenig Glück

kommt von Brixton man nach Luton

und auch wieder zurück

 

 

 

 

 Mir kam der Mond abhanden

 

Mir kam der Mond abhanden

Wie ist das nur geschehn?

Hat ihn in fernen Landen

vielleicht wer scheinen sehn?

 

Wirkt er stumm und verdrossen?

Verzagt ob dieser Welt?

Oder zecht er mit Genossen

unter dem Sternenzelt?

 

Mir kam mein Mond abhanden

das hätt ich nie gedacht

seit wir uns erstmals fanden

war ich Teil seiner Nacht

 

 

 

 

 Träge Gegend

 

Ach, wie träge scheint die Gegend

wirklich jenen Windhauch missend

der selbst wenn er kaum bewegend

doch um ihre Sehnsucht wissend

 

sie umschmeichelt, wartend, sinnend

bis sie sich ihm zeigt ergeben

so dass er schließlich gewinnend

niedersinkt in Gras und Reben

 

 

 

 

 Ich hab Angst

 

Ich hab Angst und Angst kann ich nicht leiden

jemand hat die Uhr aus Bosheit vorgestellt

und ein schwarzer Vogel hockt zwischen uns beiden

draußen vor dem Fenster brennt die ganze Welt

 

Wären wir doch neunzehn nur geblieben

hätten noch was andres ausprobiert

damals war es einfach dich zu lieben

heute ist es einfach nur passiert

 

Ich hab Angst und Angst mag ich nicht haben

hungrig lauern Schatten vor der Tür

alles was wir uns einander gaben

ist seit Ewigkeiten nicht mehr hier

 

Hätten wir nur früher mehr gesprochen

und uns unsre Freiheit nicht geraubt

wär vielleicht nicht ganz so viel zerbrochen

und wir hätten uns heut noch geglaubt

 

Ich hab Angst und kann sie nicht besiegen

um uns ist die Luft schon viel zu schwer

wir bleiben nah beieinander liegen

dabei kennen wir uns längst nicht mehr

 

 

 

 

 Die Gewohnheit

 

Die Gewohnheit ist ein geduldiges Wesen

das es sich nicht gerne mit dir verscherzt

es kann problemlos in deiner Zukunft lesen

mit dem Wissen dass du die Auskunft verschmerzt

 

Sie hat für gewöhnlich nicht viel zu berichten

wo doch das Gestern dem Morgen stets gleicht

und niemals würde sie über dich richten

weil dir das Unerlebte schon reicht

 

Sie ist gewohnt sich gut zu betragen

und redet wenn es sein muss dir nach dem Mund

sie bietet niemals Anlass für Zweifel und Klagen

sie ist gut für dich – aus gutem Grund

 

Die Gewohnheit ist ein treuer Gefährte

der dich vor den Klippen des Lebens beschützt

weil er Zeit deines Lebens dich inständig lehrte

dass der Aufruhr des Herzens der Seele nicht nützt

 

 

 

 

 Auf den Schwingen der Nacht

 

Wir atmen das Leben so tief es nur geht

denn wir sind so müd und beladen

doch wenn der Wind sich erst endlich dreht

führt er uns zu fremden Gestaden

 

Dort erwartet uns neue Zuversicht

und ein Maß an glücklichen Tagen

der Herr ist bei uns und wir zweifeln nicht

seine Güte wird uns allzeit tragen

 

Wir gleiten sanft auf den Wellen dahin

sie führen uns in die Ferne

auf den Schwingen der Nacht

werden wir heimgebracht

und uns leiten alleine die Sterne

 

Was hinter uns liegt ist für immer vorbei

uns erwarten fruchtbare Auen

im Herzen ist ein jeder Mensch frei

vermag er auf Gott zu vertrauen

 

In seiner Gnade vermag er allein

das Gute vom Schlechten zu scheiden

er wird all unsre Seelen befrein

und nie wieder werden wir leiden

 

Wir gleiten sanft auf den Wellen dahin

sie führen uns in die Ferne

auf den Schwingen der Nacht

werden wir heimgebracht

und uns leiten alleine die Sterne

 

 

 

 

 Der ungelesenste Dichter der Welt

 

Ich hab mal wieder mit Jörg

ein Streitgespräch darüber geführt

wer der ungelesenste Dichter der Welt ist

und Jörg hat sich etwas geziert

 

denn er ist ein freundliches Kerlchen

und kann mich wohl gut leiden

deshalb druckste er auch so rum:

„Na ja, einer von uns beiden“

 

Das hat uns schon etwas bekümmert

zum Glück kam Jörg dann drauf:

„Jetzt liest jeder die Gedichte des andern

und schon holen wir mächtig auf“

 

 

 

 

 Ein brillanter Fehler mehr

 

Sie war dreißig und hat auf zwanzig gemacht

und zog durch die Clubs in jeder Nacht

Ihr Mann war daheim und hat das Baby gefüttert

war abwechselnd traurig, wütend und verbittert

Sie stand vor mir und hat mich nach Feuer gefragt

da hab ich alle Bedenken zum Teufel gejagt

und nicht einmal die Wahrheit machte ihr Angst:

Lady, ich hab mehr Feuer als du verlangst

 

Ein brillanter Fehler mehr

wenn die Endabrechnung kommt

ein brillanter Fehler mehr

und natürlich wieder blond

 

Sie war fünfzehn und von zuhaus abgehaun

und konnte so sehnsüchtig schaun

Zur Hälfte ein Engel, zur Hälfte Lolita

und sie hielt sich fest an einem Glas Margarita

Nicht dass ich es wollte oder mich dafür schäme

doch ich habe zwei Händchen für solche Probleme

und es mag vielleicht etwas einfältig klingen

aber irgendwo muss sie die Nacht ja verbringen

 

Ein brillanter Fehler mehr

wenn die Endabrechnung kommt

ein brillanter Fehler mehr

und natürlich wieder blond

 

Ich und die Frauen

Die Frauen und ich

Irgendwie kommt das Thema

doch niemals vom Tisch

Wenn vor dem Jüngsten Gericht

man auf schuldig plädiert

kann ich nur sagen:

Brünett hat mich nie interessiert

 

 

 

 

Lolas WG-Bericht

 

Ich schmier mir ein Brot.

Dem Gerd schmier ich keins.

Das ist eine WG.

Das heißt: Jeder macht seins.

 

Nur am Wochenende

nach Disco und Tanz

und viel Alkohol

lutsch ich ihm den Schwanz.

 

 

 

 

 Schaulustige

 

Unsere Liebe ist ein Auffahrunfall

zwei Tote

wir sind zugleich Opfer und Schaulustige

 

 

 

 

 Ballade vom traurigen Platzwart

 

Vierzig Stunden in der Woche

pflegte er den grünen Rasen

und er kannte jeden Halm

auf der Bielefelder Alm

 

Jedoch samstags – fünfzehndreißig

kamen ein paar junge Herren

und die jagten überall

einen runden Lederball

 

Meistens war nicht sehr ästhetisch

was sein Auge dort erblickte

wenn ein Wald- und Wiesenkicker

achtlos manchen Grashalm knickte

und er hasste diese Füße

mit den Schuhen und den Stollen

jener Männer die´s nicht können

obwohl sie so gerne wollen

 

Und der ramponierte Rasen

nach der furchtbar wüsten Schlacht

war nicht tot – nein Gott sei Dank

nur äußerst krank

 

Und als Bielefeld dann abstieg

und das Städtchen Trauer trug

schrie der Platzwart laut : Hurra

nie mehr Bundesligaga

 

 

 

 

 Das Gleichgewicht meiner Welt

 

Ich hab mein halbes Leben

auf der Flucht vor den Schatten verbracht

und lief wie Jack O’Lantern

auf den dunkelsten Wegen der Nacht

 

Ich sah Menschen kommen und gehen

und sah teilnahmslos zu

die Besten sind mir geblieben

doch niemand ist so kostbar wie du

 

Du hast geduldig und wissend

das Feld meiner Liebe bestellt

du bist ein leuchtender Fixstern

und das Gleichgewicht meiner Welt

 

Mit dir ist der Weg sehr viel leichter

und der tägliche Kampf nicht vergebens

du bist das Licht am Ende des Tunnels

und der Atem des Lebens

 

Meistens lauf ich in zu großen Schuhen

und fall über die eigenen Beine

doch du bist da und hilfst mir wieder hoch

denn manchmal schaff ich es nicht alleine

 

Du hast geduldig und wissend

das Feld meiner Liebe bestellt

du bist ein leuchtender Fixstern

und das Gleichgewicht meiner Welt

 

                     Für Regine

 

 

 

 

 Unter meinem Fenster

 

Unter meinem Fenster

eine alte Gaslaterne

da steht ein Pärchen rum

und hat sich scheinbar gerne

 

Es scheint dass sie sich küssen

im milchig trüben Licht

sollen sie doch wenn sie müssen

mich stört das wirklich nicht

 

Ich denk mir in der Stille

ich hätt es auch gemacht

dort unter meinem Fenster

in eben dieser Nacht

 

Doch es hat sich nicht ergeben

denn ich war heut allein

so wünsche ich den beiden

sie mögen glücklich sein

 

Unten meinem Fenster

eine alte Gaslaterne

da steht ein Pärchen rum

und hat sich gar nicht gerne

 

Sieht aus als ob sie streiten

im ersten Tageslicht

na macht mal ruhig weiter

mich stört das wirklich nicht

 

Ich denk bei dem Gebrülle

ich würd jetzt auch gern schrein

denn man sieht ihnen an

es muss wohl Liebe sein

 

Doch es hat sich nicht ergeben

dass ich heut so was tu

nun ja so ist das Leben

- ich mach das Fenster zu

 

 

 

 

 Südliche Einsamkeit

 

Es brennt eine südliche Sonne

über den weißen Häusern am Meer.

Und jeder meiner Gedanken

sehnt sich nach deiner Wiederkehr.

 

Die Fischer sitzen am Hafen

der Fang ist schon eingebracht.

Sie warten auf ihre Frauen

und die kühle Frische der Nacht.

 

Es duftet nach würzigem Tabak

und nach tröstendem Wein.

Ich bin und bleibe ein Fremder

und trinke für mich allein.

 

Der Abend treibt lauwarme Winde

über den träumenden Strand.

Mir fehlt ein vertrautes Gesicht

in diesem glücklichen Land.

 

Die Sonne fällt in die Wellen,

die Möwen entkommen dem Tag.

Einsamkeit ist eine Droge

und manchmal macht sie dich stark.

 

 

 

 

 Trugschluss

 

Sie riefen laut: „Der Krieg endet jetzt“

als wär das gleichbedeutend mit Frieden

haben ein Kind in die Welt gesetzt

und sich für die Zukunft entschieden

 

Sie tauschten das Schwert gegen den Pflug

und waren wieder gewöhnliche Leute

doch der Krieg hatte von ihnen noch nicht genug

und er kann warten auf seine Beute

 

Sie lernten es auf die harte Tour:

Der Geschichte wird es nie genügen

dass jemand glaubt seine blutige Spur

ließe sich auf ewig verpflügen

 

 

 

 

 Solche Tage sind längst gezählt

 

Der Sommer zu kalt

um ihn wirklich zu lieben

wir sind eine Nacht lang

in Bremen geblieben

dafür muss man sich nicht schämen

es gibt schlimmere Städte als Bremen

 

Dort nennt man das Kino noch Lichtspielhaus

und scheucht dich um fünf mit den Hunden raus

das Leben findet im Wochenblatt statt

das hat mehr Bilder als Leser

und wo Nebel steigt ist die Weser

 

Solche Tage sind längst gezählt

wir haben das Glück nur eine Handbreit verfehlt

und die Mehrheit der Passanten

hielt uns ohnehin für Komödianten

 

Der Kaffee zu dünn

um ihn wirklich zu trinken

die Arme zu schwer

um dem Kellner zu winken

dafür muss man nicht studieren

das kann jedem von uns passieren

 

Mir scheint die Bremer Stadtmusikanten

waren die Vorboten der Asylanten

das Wetter findet im Verborgenen statt

der Nordwind peitscht hart die Gräser

und wo es nass wird da ist die Weser

 

Solche Tage sind längst gezählt

wir haben das Glück nur eine Handbreit verfehlt

und die meisten der Passanten

taten als ob sie uns kannten

 

 

 

 

 Mist

 

Es ist Mist

wenn der Bademeister Nichtschwimmer ist

du deine Braut in der Kirche vergisst

wenn dein Hund deine Hausschuhe frisst

das ist Mist

 

Geht man zum Bach-Konzert

und sie spielen dort Liszt

das ist Mist

 

Es ist Mist

wenn man auf deine Klobrille pisst

Mick Jagger sagt er wär ab heut Pianist

und dein Spiegel dich fragt wer du bist

das ist Mist

 

Ist man Bauarbeiter

und fällt vom Gerüst

das ist Mist

 

Es ist Mist

wenn man deinen Geburtstag vergisst

die eigene Frau dich nicht vermisst

wenn dein Hamster deine Briefmarken frisst

das ist Mist

 

Wenn man träumt man wär tot

und es dann gar kein Traum ist

das ist Mist

 

Es ist Mist

wenn man Cabrio fährt und es pisst

man seinen Schlüssel in der Wohnung vergisst

wenn einen nur die eigne Mutter noch küsst

das ist Mist

 

Fällt dir ne Kippe beim Tanken

in den Kanister

und entdeckst du im Bett

die Miss ist ein Mister

und statt Sonnenschein

gibt’s einen Twister

dann ist das nicht nur Mist

sondern mister

 

 

 

 Ich hab einen Engel gesehen

 

Ich hab einen Engel gesehen

einen Engel mit künstlichen Haaren

in der Station mit den Türen aus Stahl

wo die Träume unheilbar waren

 

Ich hab einen Engel gesehen

es ging ihm nicht gut

war nur Haut und Knochen

und spuckte Blut

und sein Gebet

trieb den Herren Doktoren

das Gleichmutsschmalz

aus den sauberen Ohren

 

Ich hab einen Engel gesehen

mit offenen Geschwüren

und hatte den Wunsch

ihn sanft zu berühren

 

Ich hab einen Engel gesehen

man trug ihn aus dem Haus

und er sah selbst im Tode

noch würdevoll aus

- wie ein Mensch

 

 

 

 

 Leiser Gesang

 

Es folgt meinen Schritten ein leiser Gesang

mit Worten wie nur Engel sie wagen

ein niemals endender euphorischer Klang

erfüllt jedoch von zahlreichen Klagen

 

Aber dennoch Lobpreisung zugleich

das Hohelied vom Garten Eden

ein Fingerzeig auf des Schöpfers Reich

das Versprechen von Gnade für jeden

 

Es folgt meinen Schritten ein leiser Gesang

bis zum Eintritt in die Kapelle

es scheint als würde den Engeln bang

ob des Priesters dort an Gottes Stelle

 

Und auch wenn er mit Gottvertrauen

zu seinen Schafen spricht

wird er niemals die Engel schauen

und auch nicht ihr heiliges Licht

 

Es folgt meinen Schritten ein leiser Gesang

als ich die Kapelle verlasse

und ich höre, als ich mich beuge zum Dank:

Ewig ist der Herr, doch du, Mensch, verblasse

 

 

 

 

 Wer fliegen will muss fallen lernen

 

Das Leben ist nicht leicht

und folgt nicht immer einem Plan

man lernt es nicht so einfach

wie beispielsweise Fahrrad fahrn

 

Trotzdem gibt’s Ähnlichkeiten

Man muss im Sattel bleiben

und wenn man dann freihändig fährt

sollte man’s nicht übertreiben

 

Es ist okay größer zu denken

darum greif ruhig nach den Sternen

so lange du nur nicht vergisst:

Wer fliegen will muss fallen lernen

 

 

 

 

 Die feiste Frieda

 

Club Havanna - 17 Kerle

Luft zu trocken - Drinks zu warm

dann kommt Bea mit der Boa

um den Hals und überm Arm

Schlängeln können alle beide

so dass man beinah vergisst

wer von ihnen denn nun wirklich

eine echte Schlange ist

 

Aber jetzt verlangt die Runde

nach der nächsten Attraktion

und zum Wabbeln ihrer Pfunde

haucht nun Frieda: "Komme schon"

 

Und dann quillt der feisten Frieda

Frischfleisch aus dem lila Mieder

und sie duftet so nach Flieder

und nach Moos

Und dann lässt die feiste Frieda

sich auf ihrem Hocker nieder

und man guckt ihr gerne wieder

in den Schoß

 

Club Havanna - 17 Kerle

Luft zu trocken und kein Eis

es fließt Whisky und Tequila

und vor allem reichlich Schweiß

Und sie gaffen wie die Affen

auf die Perlenschimmerhaut

von der immer netten fetten

Samstagabendstripteasebraut

 

Und dann schreit die ganze Runde

"Ey zeig uns noch etwas mehr"

Frieda schaut auf ihre Pfunde

und sagt: "Das ist ja nicht schwer"

 

Und dann quillt der feisten Frieda

Frischfleisch aus dem lila Mieder

und sie duftet so nach Flieder

und nach Moos

Und dann lässt die feiste Frieda

sich auf ihrem Hocker nieder

und man guckt ihr immer wieder

in den Schoß

 

 

 

 

 Clown-Tag

 

Die zersägte Jungfrau ist heut nicht gut drauf

und fragt: „Hat jemand meine Beine gesehn?“

Der Messerwerfer ist grade dabei

seine Klingen aus der Assistentin zu drehn

 

Der Kopf des Dompteurs steckt im Löwenmaul fest

und dass der nervige Zwerg nicht mehr hampelt

hat auch einen mehr als guten Grund:

Er wurde von Elefanten zertrampelt

 

Es ist wiedermal Clown-Tag

Zeit Leute zu erschrecken

denn Lachen hat nur einen wirklichen Wert

bleibt es einem im Halse stecken

 

Oben in der Manege entdeckt ein Artist

dass der vierfache Salto doch nichts für ihn ist

Er bricht sich beim Sturz sein zartes Genick

immerhin war das mal ein ganz neuer Trick

 

Der Feuerschlucker muss ins Krankenhaus

und die Ärzte die ihn dort behandeln

kriegen sich vor Freude kaum ein:

Endlich wieder gebrannte Mandeln

 

Es ist wiedermal Clown-Tag

Zeit Leute zu erschrecken

denn Lachen hat nur einen wirklichen Wert

bleibt es einem im Halse stecken

 

Der Clown pustet sich mal eben das Hirn weg

und hat dabei gelacht

denn sein letzter Gedanke war:

Er hatte schon hirnlosere Dinge gemacht

 

 

 

 

 Der Herr Bischof

 

Der Herr Bischof liebt die Menschen

ganz besonders zarte Knaben

die nicht im geringsten ahnen

was sie zu erwarten haben

 

Also öffnet er die Arme

um die Botschaft zu verkünden

und bedauert kleine Kinder

ob ihrer gar großen Sünden

 

 

 

 

 Anchorage ist nicht real

 

Das Balg des Präsidenten

nur Schabernack im Kopf

spielte mit Daddys Koffer

und mit dem roten Knopf

Mama war in der Kirche

Daddy triebs im Büro

mit seiner Sekretärin

Oma war auf dem Klo

 

Der Vize wollte retten

was noch zu retten ist

denn tief in seinem Herzen

war er doch Pazifist

Er fluchte laut "Scheiß-Technik"

spielte am Hebel rum

und brachte aus Versehen

dann halb Alaska um

 

Anchorage ist nicht real

morgen wird es wieder schnein

und dann friert der Wind der Zeit

all die Toten einfach ein

Anchorage ist nicht real

alles das ist nicht passiert

und bevor noch jemand fragt

wird Alaska dementiert

 

Ein alter Herr im Kreml

und fröhliche Genossen

drücken ihr Beileid aus :

Ätsch, ätsch vorbeigeschossen

Aber so sind die Bälger

verdammte Vaterpflicht

Parole auch in Moskau :

Alaska gibt es nicht

 

Der Präsi vor der Presse

hebt grüßend seine Hand

Alaska war ne Scheinwelt

ne Art von Disneyland

Da gab es auch nur Puppen

und jener große Knall

waren die Special Effects

für: Donald fliegt ins All

 

Anchorage ist nicht real

morgen wird es wieder schnein

und dann friert der Wind der Zeit

all die Fragen einfach ein

Anchorage ist nicht real

alles das ist nicht passiert

und bevor noch jemand fragt

wird Alaska dementiert

 

 

 

 

 Neujahrsgruß eines deutschen Soldaten

 

Mutter, was für ein Neujahrfest

wir schießen Raketen auf Polen

der Führer hat uns versprochen

Alles werden wir uns holen

 

Wiederholen wollte ich sagen

nicht dass mich wer falsch versteht

selbst im Memelland weiß jeder Mensch

dass auf deutschem Boden er geht

 

Mutter hab ein gesundes Jahr

feiert, ich wär gern dabei

schreib auch der Natascha in Königsberg:

Schon bald ist sie wieder frei

 

 

 

 

 Klein – groß

 

Man kann nicht zu klein

für große Fragen sein

denn wenn man das glaubt

kriegen die Großen einen klein

 

 

 

 

 Beat Café

 

Die Grenze nur einen Steinwurf entfernt

da lebten die Bösen – so hat man’s gelernt

und nur ein Stück weiter dahinter

der kalte russische Winter

Die geteilte Stadt, versehrt und verbittert

in eine ungewissen Zukunft gezittert

ohne jede eigene Identität

wie ein Spielball in den Händen fremder Mächte gedreht

 

Dann kamen die Hehler und die Spekulanten

die außer ihrem Profit nichts anderes kannten

und eine Jugend im kalten Krieg geboren

hatte viel zu schnell ihre Unschuld verloren

 

Im Beat Café lief der Soldatensender

und spielte jede Nacht zwanzigmal „Love me tender“

GI Johnny sagte: „Im Großen und Ganzen

seid ihr Deutschen okay, aber ihr könnt nicht tanzen“

 

Die Bordsteinschwalben im Schatten der Mauer

waren immer blass, aber dafür auch schlauer

und für ein paar selbstgedrehte Zigaretten

gab es französische Küsse in amerikanischen Betten

Auf dem Flugplatz in Gatow hat man uns bei Nacht

als kein Flugverkehr war Baseball beigebracht

So cool wie wir waren haben wir nicht gekniffen

doch von dem Spiel rein gar nichts begriffen

 

Am 17. Juni standen wir stolz und grade

und salutierten bei der Parade

unsren neuen Freunden aus Übersee

und die Vergangenheit tat nicht mehr ganz so sehr weh

 

Im Beat Café lief der Soldatensender

und spielte jede Nacht zwanzigmal „Love me tender“

GI Johnny sagte: „Im Großen und Ganzen

seid ihr Deutschen okay, aber ihr könnt nicht tanzen“

 

 

 

 

 Lebenslauf

 

Ich bin vor viel zu langer Zeit geboren

in einer Klinik namens „Waldesruh“

zwei Hebammen und einige Doktoren

gesellten zur Geburt sich noch dazu

 

Mein Vater jedoch war leider verschollen

doch wenigstens war Mutter ja noch da

um mich in Creme und Puder einzurollen

so dass ich einem Schnitzel ähnlich sah

 

Ich wuchs heran und war stets eine Plage

mein Lieblingswort lautete damals „Nein“

ich arrangierte mich mit meiner Lage

ich fiel nicht auf, mehr fiel mir auch nicht ein

 

Ein Lehrer der nicht gleich an mir verzagte

hielt mich in manchen Dingen für begabt

auch wenn er sich schlussendlich dann beklagte

weil ich mich nie hinaus aufs Eis gewagt

 

So hieß es dann: Hinein ins Leben treten

die Aussicht machte damals manche froh

ich hab mir derlei Unfug strikt verbeten

und statt ins Leben trat ich ins Büro

 

Da sitz ich täglich nun meine acht Stunden

und widme mich dem Trübsinn und der Pflicht

Erfüllung hab ich bisher nicht gefunden

doch reicht es immerhin für dies Gedicht

 

 

 

 

 Es geht ein stiller Mond dahin

 

Es geht ein stiller Mond dahin

über den weiten Weiden

und grübelt nicht über den Sinn

die Nacht vom Tag zu scheiden

 

So üb auch ich mein Handwerk aus

bei Nacht und auch am Tage

und wie der Mond über dem Haus

stell ich es nicht infrage

 

Ein jedem ist sein Los bestimmt

egal ob groß, ob klein

welch Last man dabei auf sich nimmt

darf nie der Maßstab sein

 

Es geht ein stiller Mond dahin

und schwankt in seinem Glauben nicht

so wie auch ich mir sicher bin

ob meiner Schuld, ob meiner Pflicht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.